Leben und altern - gelingend altern mit Lebensfreude

Es gibt diese Momente an der Supermarktkasse, in denen die Summe auf dem Display eine Spur zu laut erscheint. Nicht dramatisch – es reicht ja. Aber das kleine Polster für das Schöne, für den Wochenendtrip, das Geburtstagsgeschenk in Wunschgröße, das Essen beim Italiener ohne Blick auf die rechte Speisekartenseite: Das dürfte gern etwas dicker sein.

Im Netz wimmelt es von Versprechen, wie man „nebenbei reich“ wird. Die lese ich für dich mit hochgezogener Augenbraue – denn das meiste davon ist Unsinn. Was es aber wirklich gibt: eine Handvoll ehrlicher Wege, im Kleinen etwas dazuzulegen. Kein zweites Gehalt, sondern Taschengeld – das aber verlässlich und ohne Haken. Wichtig zur Einordnung: Falls du nicht Taschengeld, sondern eine echte Aufstockung suchst – Minijob, Honorartätigkeit und mehr – findest du die im großen Beitrag zum Rente-Aufstocken. Hier geht es um die kleine Münze: sieben Ideen ohne Verpflichtung, sortiert nach Aufwand, samt der Renten- und Steuerfrage, die vorher geklärt gehört.


Was solltest du vorab über Rente, Steuern und Hinzuverdienst wissen?

Bevor wir zu den Ideen kommen, der beruhigende rechtliche Rahmen. Bei der Altersrente gibt es seit 2023 keine Hinzuverdienstgrenzen mehr – du darfst zu deiner Rente dazuverdienen, ohne dass sie gekürzt wird. Vorsicht ist nur bei Erwerbsminderungsrenten geboten, da gelten eigene Grenzen; Details für deine Situation beantwortet die Deutsche Rentenversicherung.

Steuerlich gilt dreierlei. Erstens: Einnahmen gehören grundsätzlich in die Steuererklärung – bei Taschengeld-Beträgen bleibt davon aber meist wenig bis nichts hängen. Zweitens gibt es großzügige Freistellungen für Engagement: Wer als Übungsleiterin, Dozentin oder Betreuerin tätig ist, kann über die Übungsleiterpauschale einen vierstelligen Betrag im Jahr steuerfrei verdienen, für sonstiges Ehrenamt gibt es die kleinere Ehrenamtspauschale. Drittens: Der private Verkauf gebrauchter Alltagsgegenstände ist kein Gewerbe – erst wer regelmäßig an- und weiterverkauft, rutscht in die Händlerrolle. Und falls aus dem Taschengeld doch ein fester Nebenjob werden soll: Die Spielregeln für Minijobs erklärt die Minijob-Zentrale.


Glas mit Münzen - Rente im Kleinen aufbessern
Foto: Napendra Singh / Unsplash

Sieben ehrliche Wege – vom Sofa bis zum Stellplatz

1. Verkaufen, was das Haus nicht mehr braucht

Der schnellste Hunderter steckt im Keller. Das gute Geschirr in Zweitausführung, Werkzeug, das Fahrrad ohne Fahrer – über Kleinanzeigen oder den Flohmarkt wird daraus Reisegeld, und nebenbei passiert das, was sich sowieso gut anfühlt: Loslassen mit System. Praxistipp: Fang mit fünf Dingen an, fotografiere sie bei Tageslicht und setz realistische Preise – was nach vier Wochen nicht weg ist, darf gespendet werden.

2. Die Bücherregale zu Geld machen

Für ganze Bücherkisten lohnt der Einzelverkauf selten – bequemer ist der Paketweg: Beim Bücherankauf von Medifanten* scannst du die Strichcodes, bekommst ein Angebot und schickst die Kiste kostenlos ein. Pro Buch sind das oft nur kleine Beträge, bei drei Regalmetern summiert es sich trotzdem – und die Regale atmen wieder.

3. Meinung sagen, Punkte sammeln

Marktforscher zahlen für Meinungen – mit Online-Umfragen bei Portalen wie CASA DOE* verdienst du vom Sofa aus ein paar Euro pro Umfrage. Ich sage es ganz deutlich: Das ist eine nette Beschäftigung für Wartezeiten mit kleinem Bonus, keine Einkommensquelle. Wer dir mehr verspricht, will dich anwerben, nicht informieren. Seriös erkennst du solche Portale daran, dass sie nichts kosten – für die Teilnahme zu zahlen wäre die Welt verkehrt herum.

4. Geld zurückholen statt dazuverdienen

Klingt unspektakulär, bringt aber oft am meisten: Cashback beim Online-Einkauf, Strom- und Gasanbieter wechseln, Versicherungen ausmisten. Wie der Einstieg geht, steht im Beitrag über Cashback ohne Kleingedrucktes – und der charmanteste Unterschied zu allen anderen Punkten dieser Liste: Ein gesparter Euro ist garantiert steuerfrei.

5. Wissen weitergeben

Vierzig Berufsjahre sind ein Schatz: Nachhilfe in Mathe oder Buchhaltung, ein VHS-Kurs als Dozentin, Übersetzen, Korrekturlesen, Vereinsbuchführung. Hier greift oft die steuerfreie Übungsleiterpauschale von oben – und es zahlt doppelt: aufs Konto und auf das Gefühl, gebraucht zu werden. Der Einstieg ist leichter, als viele denken: Volkshochschulen suchen ständig Menschen mit Praxiswissen.

6. Platz vermieten

Die Garage, die seit dem Autoverkauf leer steht, der Stellplatz in Bahnhofsnähe, das trockene Kellerabteil: Lagerraum und Parkplätze sind in vielen Städten gesucht und bringen monatlich wiederkehrend Geld – die bequemste Position dieser Liste. Die Mieteinnahmen gehören in die Steuererklärung, bleiben bei kleinen Beträgen aber meist folgenlos. Ein schriftlicher Mini-Mietvertrag mit Kündigungsfrist erspart Diskussionen.

7. Aus dem Hobby ein Händchen machen

Marmelade fürs Hoffest, genähte Kissen für den Weihnachtsmarkt, Honig vom eigenen Volk. Reich wird damit niemand – aber das Hobby finanziert sich selbst, und das Lob gibt es obendrauf. Die Grenze zum Gewerbe ist erst dann ein Thema, wenn aus dem Marktstand ein Dauerbetrieb mit Gewinnabsicht wird – beim gelegentlichen Verkauf bist du auf der sicheren Seite.


Wie fängst du an, ohne dich zu verzetteln?

Am Ende entscheidet nicht die Liste, sondern die Auswahl: Such dir genau einen Weg aus – den, bei dem du beim Lesen genickt hast – und probier ihn einen Monat. Mehr nicht. Aus „müsste man mal“ wird so ein Probelauf mit Enddatum, und nach vier Wochen weißt du, ob er zu dir passt. Die Umfrage von CASA DOE* lässt sich übrigens prima ausfüllen, während der Kaffee durchläuft – womit das Taschengeldglas sein erstes Klimpern hätte.

Geniess dein Leben. Du hast nur eins.

Marlis

Wer schreibt hier?

Ich bin Marlis Schorcht und ich schreibe hier über das, was viele lieber verdrängen: dass wir älter werden. Nicht irgendwann, sondern jetzt, jeden Tag.

Warum ich das tue:
Weil Altern keine Krankheit ist, die man bekämpfen muss, sondern eine Lebensphase, die man gestalten kann. Bewusst, selbstbestimmt, ohne Angst.

Auf Leben-und-Altern.de schreibe ich über das Leben nach der Arbeit, über Sinn, Gesundheit, Beziehungen, Einsamkeit und Geld. Über die 20 Jahre, über die kaum jemand spricht und darüber, wie man sie mit mehr Lebensqualität, Klarheit und Gelassenheit erleben kann.

Schreib mir gern:
Wenn du Gedanken, Fragen oder Herausforderungen zum Thema hast. Oder wenn du etwas erlebt hast, das anderen Mut machen könnte, etwas, das dich verändert oder weitergebracht hat.

Ich freue mich auf den Austausch: Schreib mir eine e-Mail.

Marlis Schorcht sitzt am Schreibtisch und lächelt in die Kamera
{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

In diesem Beitrag geht es um folgende Themen:

>