Rente aufstocken legale Möglichkeiten

Du willst 2026 deine Rente aufstocken – ohne Drama, ohne graue Zonen und ohne das Gefühl, du müsstest mit 67 plötzlich noch einmal komplett neu anfangen?

Dann bist du hier richtig.

Ich bin Marlis und seit 2018 Marketing- und Unternehmensberaterin, habe BWL und Integrierte Gerontologie studiert und beschäftige mich seit Jahren mit dem Alltag ab 55 – rund um Arbeit, Einkommen und ein selbstbestimmtes Älterwerden.

Was mir viele erzählen: Sie wollen keinen „zweiten Karrierehöhepunkt". Aber sie wollen Spielraum. Und das Gefühl, nicht fremdbestimmt zu sein.

Und genau deshalb ist 2026 ein spannendes Jahr, wenn es um Zuverdienst im Ruhestand geht. Die Regeln sind klarer geworden. Die Grenzen großzügiger. Und mit der Aktivrente ist eine neue Möglichkeit dazugekommen, die sich für manche richtig lohnt.

In diesem Beitrag zeige ich dir:

  • was sich 2026 konkret geändert hat,
  • wie viel du wirklich zur Rente dazuverdienen darfst,
  • und welche 7 Wege realistisch sind (ohne steuerliche Beratung!),

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Empfehlungs-Links. Für dich ändert sich dadurch nichts am Inhalt oder den angegebenen Preisen. Aber je nach Link-Ziel erhalte ich eine kleine Provision vom Anbieter.

Was hat sich 2026 geändert – und warum reden alle über die Aktivrente?

Überall liest man plötzlich: „2.000 Euro steuerfrei im Monat".

Und ich verstehe die Frage dahinter nur zu gut: Klingt gut. Aber stimmt das wirklich?

Die kurze Antwort: Ja.

Die längere: Ja – mit klaren Bedingungen.

Seit dem 1. Januar 2026 gibt es die sogenannte Aktivrente. Sie ist keine neue Rentenart, sondern ein steuerlicher Freibetrag auf Arbeitslohn, wenn du nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeitest.

Konkret bedeutet das:

Bis zu 2.000 € Arbeitslohn pro Monat bleiben steuerfrei.

Das sind 24.000 € im Jahr.

Aber.

Die Aktivrente gilt nur, wenn du:

  • die Regelaltersgrenze erreicht hast (2026: 66 Jahre und 4 Monate für Jahrgang 1960),
  • angestellt arbeitest,
  • und zwar sozialversicherungspflichtig.

Nicht darunter fallen:

  • Minijobs,
  • selbstständige Tätigkeiten,
  • Beamtenverhältnisse.

Und noch ein Punkt, der gern übersehen wird: Steuerfrei heißt nicht automatisch abgabenfrei. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können weiterhin anfallen.

Ein Rechenbeispiel:

Du arbeitest 20 Stunden pro Woche für 20 € die Stunde. Das sind etwa 1.600 € brutto im Monat.

Mit Aktivrente: Komplett steuerfrei.

Ohne Aktivrente: Du würdest je nach Steuersatz 200-450 € Einkommensteuer zahlen.

Was das für dich bedeutet?

Wenn du Lust hast, 2–3 Tage pro Woche zu arbeiten und dein Einkommen spürbar erhöhen willst, kann die Aktivrente sehr attraktiv sein.

Wenn du eher „ein bisschen was nebenbei" suchst, gibt es einfachere Wege.

Beides ist okay.

Wie viel darfst du 2026 zur Rente dazuverdienen – ohne dass deine Rente gekürzt wird?

Diese Frage sorgt immer noch für Unsicherheit. Dabei ist die Antwort seit 2023 eigentlich klar.

Zur Altersrente darfst du unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass deine Rente gekürzt wird.

Egal,

  • ob du die Regelaltersgrenze schon erreicht hast,
  • oder eine vorgezogene Altersrente beziehst (z.B. Rente ab 63).
  • Die frühere Hinzuverdienstgrenze gibt es für Altersrentner nicht mehr.

Aber.

Unbegrenzt heißt nicht steuerfrei.

Deine Rente und dein Zuverdienst werden zusammengezählt. Das ergibt dein Gesamteinkommen.

Liegt das über dem Grundfreibetrag (2026: 12.348 € für Alleinstehende), wird Einkommensteuer fällig.

Das ist kein Problem. Aber es ist etwas, das man wissen sollte.

Eine wichtige Ausnahme gibt es:

Wenn du keine Altersrente, sondern eine Erwerbsminderungsrente beziehst, gelten weiterhin Hinzuverdienstgrenzen.

Für 2026 liegen sie ungefähr bei:

  • rund 20.764 € jährlich bei voller Erwerbsminderung,
  • rund 41.528 € jährlich bei teilweiser Erwerbsminderung (kann individuell höher sein).

Was das für dich bedeutet?

Altersrente: rentenrechtlich entspannt, steuerlich bewusst.

Erwerbsminderungsrente: unbedingt vorher bei der Rentenversicherung prüfen lassen.

Die 7 realistischen Wege, deine Rente 2026 aufzustocken

Jetzt wird's konkret. Hier sind sieben Möglichkeiten, die funktionieren können.

Weg 1: Minijob – der unkomplizierte Klassiker, auch im Alter

Ein Minijob ist für viele Menschen ab 60 der beste Einstieg, wenn sie ihre Rente aufstocken wollen. Nicht zu viel Verantwortung. Überschaubare Stunden. Und du musst nicht bei null anfangen.

Viele Rentner schätzen genau das: Eine Aufgabe, die Struktur gibt, ohne das ganze Leben umzukrempeln.

Die Grenze 2026: 603 € pro Monat (7.236 € jährlich)

Wichtig zu wissen für Rentner:

Ein Minijob ist nicht automatisch steuerfrei im Ruhestand. Das wird oft gedacht – stimmt aber nicht.

Ob Steuern anfallen, hängt von deinem Gesamteinkommen ab – also Rente plus Minijob zusammen.

Ein typisches Beispiel aus dem Ruhestand:

Du beziehst 1.400 € Altersrente monatlich (16.800 € jährlich) und machst einen Minijob mit 500 € monatlich (6.000 € jährlich).

Gesamteinkommen: 22.800 €
Grundfreibetrag 2026: 12.348 €

→ Du liegst drüber. Steuererklärung nötig.

Aber keine Panik – je nach Rentenfreibetrag und Werbungskosten fällt die tatsächliche Steuerlast für Rentner meist moderat aus.

Welche Minijobs passen gut zu Menschen im Ruhestand?

Nicht jeder Job ist im Alter noch passend. Du willst vermutlich keine Nachtschichten. Keine körperliche Schwerstarbeit. Sondern etwas, das zu deinem Rhythmus passt.

Moderne Minijob-Ideen für Menschen im Ruhestand:

  • Online-Nachhilfe – über Portale wie Superprof, Nachhilfeportal
  • Nachhilfe vor Ort  z.B. Schülerhilfe oder in Schul-AGs
  • Virtuelle Assistenz – E-Mails, Termine, einfache Admin (remote)
  • Lektorin/Korrekturleser – für Blogs, Buchautor*innen
  • Tier-Sitting – Katzen/Hunde betreuen, wenn Leute im Urlaub sind
  • Gartenhelfer – über MyHammer oder lokale Plattformen
  • Inventurhelfer – 2-3 Tage, gut bezahlt (15-18 €/Std.)

Für wen es passt:

Du willst 8-15 Stunden pro Woche arbeiten, klare Grenzen haben und einfach etwas Routine – ohne neue Verantwortung.

Weg 2: Aktivrente nutzen – wenn du nach 40 Arbeitsjahren noch richtig arbeiten willst

Der große Vorteil für Rentner ab Regelaltersgrenze: Bis zu 2.000 € monatlich komplett steuerfrei

Viele Menschen, die gerade in Rente gegangen sind, sagen mir das Gleiche: „Ich bin noch nicht bereit für den kompletten Ruhestand. Aber ich will auch nicht mehr Vollzeit."

Genau dafür ist die Aktivrente ab 2026 gemacht.

Was ist die Aktivrente genau?

Die Aktivrente ist ein steuerlicher Freibetrag für Rentner, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten wollen.

Das bedeutet konkret:

  • Bis zu 2.000 € Arbeitslohn pro Monat bleiben komplett steuerfrei
  • Das sind 24.000 € im Jahr
  • Du beziehst weiter deine volle Rente
  • Der Job muss sozialversicherungspflichtig sein (kein Minijob, keine Selbstständigkeit)

Wichtig: Die Regelaltersgrenze liegt 2026 bei 66 Jahren und 4 Monaten (für Jahrgang 1960). Wer früher in Rente geht, kann die Aktivrente erst nutzen, wenn diese Grenze erreicht ist.

Ein realistisches Rechenbeispiel für Rentner:

Stell dir vor: Du bist 67, beziehst 1.600 € Rente monatlich und arbeitest 20 Stunden pro Woche als Sachbearbeiter für 18 € die Stunde. Das sind etwa 1.440 € brutto im Monat.

Mit Aktivrente:

  • 1.440 € Arbeitslohn → komplett steuerfrei
  • Du versteuert nur deine Rente (nach Rentenfreibetrag)
  • Netto behältst du deutlich mehr

Ohne Aktivrente:

  • Du müsstest die 1.440 € voll versteuern
  • Je nach Steuersatz: 200-400 € weniger netto pro Monat
  • Das sind 2.400-4.800 € weniger im Jahr

Welche Jobs passen für Rentner mit Aktivrente?

Die Aktivrente lohnt sich besonders, wenn du 15-25 Stunden pro Woche arbeitest. Nicht mehr Vollzeit – aber auch mehr als "nur ein bisschen".

Typische Jobs für Menschen im Ruhestand mit Aktivrente:

  • Teilzeit in deinem alten Beruf – als Berater, Sachbearbeiter, Fachkraft (2-3 Tage/Woche)
  • Empfang/Rezeption – in Arztpraxen, Hotels, Verwaltung (vormittags, 4 Std./Tag)
  • Buchhaltung/Lohnabrechnung – auf Teilzeit-Basis für kleine Firmen
  • Kundenberatung – im Baumarkt, Gartencenter, Fachgeschäft (Erfahrung ist gefragt!)

Für wen die Aktivrente im Ruhestand passt:

✓ Du hast die Regelaltersgrenze erreicht
✓ Du merkst: "Ich bin noch fit – und es darf sich lohnen"
✓ Du willst 15-25 Stunden pro Woche arbeiten (nicht mehr Vollzeit)
✓ Du suchst sozialen Kontakt und eine sinnvolle Aufgabe
✓ Du hast keine Lust, den ganzen Tag zu Hause zu sitzen
✓ Nach 40-45 Arbeitsjahren willst du reduzieren, aber nicht komplett aufhören

Ein wichtiger Hinweis für Frührentner:

Bist du vorzeitig in Rente gegangen (z.B. mit 63)? Dann kannst du zwar unbegrenzt hinzuverdienen, aber die Steuerfreiheit der Aktivrente gilt erst ab Regelaltersgrenze.

Das heißt: Mit 63-66 arbeitest du ohne Rentenkürzung, aber mit normaler Besteuerung. Ab 67 greift dann die Aktivrente.

Weg 3: Kleingewerbe im Ruhestand

Selbstständig mit 60, 65 oder 70? Warum eigentlich nicht.

Viele Menschen ab 60 erzählen mir: „Nach 40 Jahren im Beruf habe ich endlich Zeit für das, was ich schon immer machen wollte."

Manche verkaufen ihre selbstgemachten Marmeladen auf dem Wochenmarkt. Andere beraten ihre früheren Arbeitgeber*innen stundenweise. Wieder andere geben Online-Kurse oder reparieren Fahrräder in der Garage.

Ein Kleingewerbe im Ruhestand kann genau das sein: Selbstbestimmung statt Pflichtprogramm.

Aber: Ein Kleingewerbe ist kein Minijob. Es bedeutet Verantwortung – und steuerliche Pflichten.

Was du im Ruhestand über die Kleinunternehmerregelung wissen solltest:

Seit 2026 gelten diese Grenzen:

  • Umsatz bis 25.000 € jährlich: keine Umsatzsteuer
  • Keine Buchführungspflicht – eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) reicht
  • Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt (ca. 20-60 €, einmalig)
  • Steuererklärung mit Anlage G (Gewerbeeinkünfte) oder Anlage S (selbstständige Arbeit)

Wichtig für Menschen ab 60:

Die Aktivrente gilt NICHT für Selbstständige. Deine Einkünfte aus dem Kleingewerbe sind ganz normal steuerpflichtig – zusammen mit deiner Rente.

Das heißt aber auch: Du kannst unbegrenzt verdienen, ohne dass deine Rente gekürzt wird. Nur die Steuerlast steigt mit dem Einkommen.

Kleingewerbe oder Freiberufler – was ist der Unterschied für Rentner?

Nicht jede Selbstständigkeit im Ruhestand braucht ein Gewerbe:

Freiberufliche Tätigkeiten (keine Gewerbeanmeldung nötig):

  • Beratung, Coaching
  • Dozent, Lehrer, Übersetzer
  • Journalist, Autor
  • Architekt, Ingenieur (wenn du die Qualifikation hast)

→ Hier reicht eine Steuernummer vom Finanzamt.

Gewerbliche Tätigkeiten (Gewerbeanmeldung nötig):

  • Handel (z.B. Verkauf selbstgemachter Produkte)
  • Handwerkliche Dienstleistungen (Reparaturen, Gartenarbeit)
  • Gastronomie (z.B. Kuchen backen für Märkte)

→ Hier brauchst du zusätzlich die Gewerbeanmeldung.

Realistische Kleingewerbe-Ideen für Menschen im Ruhestand:

Aus deiner Berufserfahrung schöpfen:

  • Beratung in deinem alten Fachgebiet – Buchhaltung, IT, Personalwesen, stundenweise für KMUs (50-80 €/Std.)
  • Interim-Management light – Projektunterstützung, 2-3 Tage/Monat (1.000-2.000 €/Projekt)
  • Schulungen und Workshops – dein Wissen an Jüngere weitergeben (500-1.500 €/Tag)

Handwerklich und kreativ:

  • Kleinreparaturen – Fahrräder, Möbel, Elektrogeräte (20-40 €/Std.)
  • Gartengestaltung und -pflege – über MyHammer oder lokale Netzwerke (25-35 €/Std.)
  • Verkauf selbstgemachter Produkte – Holzarbeiten, Marmeladen, Strickwaren, Keramik (auf Märkten oder Etsy)

Von zu Hause aus:

  • Online-Nachhilfe – Mathe, Sprachen, Musik (20-40 €/Std. über Superprof, Nachhilfeportal)
  • Lektorat und Korrekturlesen – für Autoren, Studenten, Blogger (15-25 €/Stunde)
  • Virtuelle Assistenz – E-Mails, Termine, einfache Buchhaltung (15-25 €/Std.)

Lokal und sozial:

  • Stadtführungen – dein Wissen über deine Heimatstadt teilen (100-200 € pro Führung)
  • Fotografie – Familienfeiern, Hochzeiten, Porträts (200-800 € pro Event)
  • Hundeschule oder Tier-Coaching – wenn du Erfahrung hast

Für wen ein Kleingewerbe im Ruhestand passt:

✓ Du hast eine konkrete Idee – nicht nur "irgendwas machen"
✓ Du willst selbst entscheiden: wann, wie viel, für wen
✓ Du hast Lust auf etwas Eigenständiges nach 40 Jahren als Angestellter
✓ Du bringst Berufserfahrung, Fachwissen oder handwerkliches Können mit
✓ Du scheust dich nicht vor ein bisschen Bürokratie (Steuererklärung)
✓ Du suchst Sinn, nicht nur Geld

Was viele Rentner unterschätzen – und was du wissen solltest:

Unterschätzt: Steuererklärung und Papierkram. Auch bei kleinen Umsätzen musst du eine jährliche EÜR machen. Das ist machbar – aber es ist Arbeit.

Unterschätzt: Krankenversicherung. Als Selbstständiger zahlst du den vollen Beitrag (ca. 180-200 € monatlich), nicht nur die Hälfte wie als Angestellter. Das schmälert den Gewinn.

Unterschätzt: Akquise. Kund*innen kommen nicht von allein. Gerade am Anfang musst du aktiv werden: Flyer, Netzwerk, Mund-zu-Mund-Propaganda.

Überschätzt: Die Komplexität. Viele denken, Selbstständigkeit im Ruhestand sei zu kompliziert. Stimmt nicht. Ein kleines Gewerbe mit 10.000-15.000 € Umsatz im Jahr ist steuerlich überschaubar. Viele Rentner machen das mit einem einfachen Excel-Sheet und einem Steuerberater, der einmal im Jahr für 200-300 € die Steuererklärung macht.

Mein ehrlicher Rat:

Selbstständigkeit im Ruhestand lohnt sich dann, wenn du wirklich Lust darauf hast.

Nicht, wenn du eigentlich nur „ein bisschen Ruhe und ein bisschen Geld" willst. Dafür ist ein Minijob besser.

Aber wenn du nach 40 Arbeitsjahren denkst: „Jetzt will ich endlich mal machen, was ich für richtig halte" – dann kann ein Kleingewerbe genau das Richtige sein.

Erste Schritte, wenn du trotz Ruhestand ein Kleingewerbe starten willst:

  1. Idee konkretisieren: Was genau? Für wen? Zu welchem Preis?
  2. Gewerbeamt: Online-Termin buchen, Anmeldeformular ausfüllen (20-60 €)
  3. Fragebogen vom Finanzamt: Kommt automatisch nach Gewerbeanmeldung (Kleinunternehmerregelung ankreuzen!)
  4. Steuernummer beantragen: Dauert 2-4 Wochen
  5. Los geht's: Erste Kunden ansprechen, Rechnungen schreiben

Und keine Sorge: Du kannst jederzeit wieder aufhören. Ein Kleingewerbe abzumelden ist genauso einfach wie die Anmeldung.

Weg 4: Verkaufen über eBay Kleinanzeigen

Downsizing, Entrümpeln, Platz schaffen – und dabei noch Geld verdienen.

Viele Menschen ab 60 sind in einer ähnlichen Situation: Die Kinder sind aus dem Haus. Die große Wohnung wird zu groß. Der Keller ist voll mit Dingen, die seit 20 Jahren nicht mehr gebraucht wurden.

Und dann kommt dieser Gedanke: „Das könnte doch noch jemand gebrauchen. Warum nicht verkaufen statt wegwerfen?"

Genau dafür gibt es Online-Marktplätze. Privates Verkaufen ist in der Regel steuerfrei und unkompliziert. Du brauchst kein Gewerbe. Keine Buchhaltung. Nur ein Smartphone und etwas Zeit.

Was kannst du typischerweise verkaufen?

Beim Downsizing oder Umzug in eine kleinere Wohnung:

  • Möbel, die nicht mehr passen (Schränke, Kommoden, Couchtische)
  • Geschirr-Sets, Besteck, Deko (oft zu viel für den neuen Haushalt)
  • Bücher, DVDs, CDs (die Sammlung von früher)
  • Gartengeräte, wenn du vom Haus in die Wohnung ziehst

Aus Keller, Dachboden oder Garage:

  • Werkzeug, das du nicht mehr brauchst
  • Sportgeräte (Fahrräder, Ski, Campingausrüstung)
  • Küchenmaschinen, die im Schrank stehen
  • Alte Koffer, Reisetaschen

Sammlerstücke und Wertvolles:

  • Briefmarken, Münzen, Porzellan
  • Vintage-Geschirr (z.B. DDR-Porzellan, alte Service)
  • Schallplatten, alte Kameras
  • Antiquitäten, die geerbt wurden

Kleidung und Accessoires:

  • Gut erhaltene Markenkleidung
  • Handtaschen, Schuhe, Schmuck
  • Trachten, Anzüge, Festtagskleidung

Wie viel kannst du realistisch verdienen?

Einmalig beim großen Entrümpeln:
500-2.000 € (wenn du konsequent Keller, Dachboden und Garage durchgehst)

Laufend beim schrittweisen Downsizing:
50-200 € monatlich (wenn du regelmäßig Sachen aussortierst)

Seit 2024 wichtig zu wissen – die neue Meldepflicht:

Plattformen wie eBay Kleinanzeigen und Facebook melden deine Umsätze ans Finanzamt, wenn du:

  • mehr als 30 Verkäufe im Jahr tätigst oder
  • mehr als 2.000 € Umsatz erreichst.

Was bedeutet das für dich?

Das heißt nicht automatisch Steuern. Aber es ist sichtbar für das Finanzamt.

Die wichtige Unterscheidung:

✅ Steuerfrei: Du verkaufst alte, eigene Sachen, die du nicht mehr brauchst (Haushaltsauflösung, Downsizing)

❌ Steuerpflichtig: Du kaufst gezielt Sachen ein, um sie mit Gewinn weiterzuverkaufen (Handel → Gewerbe)

Faustregel: Solange du nur deine eigenen Sachen verkaufst, ist das Privatsache. Erst wenn du regelmäßig in größerem Stil handelst, wird's gewerblich.

Welche Plattform passt am besten?

eBay Kleinanzeigen (jetzt "Kleinanzeigen")www.kleinanzeigen.de

  • Am besten für: Möbel, Elektronik, Haushalt, lokale Abholung
  • Vorteil: Kostenlos, sehr viele Nutzer in Deutschland
  • Tipp: "Nur Abholung" einstellen spart dir Versandstress

Facebook Marketplace→ Über die Facebook-App

  • Am besten für: Lokale Verkäufe, Möbel, Haushalt
  • Vorteil: Du siehst das Profil der Käufer (mehr Vertrauen)
  • Wichtig: Du brauchst ein Facebook-Konto

eBaywww.ebay.de

  • Am besten für: Wertvolle Sammlerstücke, Antiquitäten, Markenware
  • Vorteil: Auktionen bringen oft mehr Geld als Festpreise
  • Nachteil: Gebühren (10% vom Verkaufspreis)

Vinted (früher Kleiderkreisel)www.vinted.de | App für iOS & Android

  • Am besten für: Kleidung, Schuhe, Taschen
  • Vorteil: Spezialisiert auf Mode, große Community
  • Tipp: Vor allem Markenkleidung verkauft sich gut

Praktische Tipps für erfolgreiches Verkaufen – auch ohne Technik-Affinität:

Fotos machen:

  • Bei Tageslicht fotografieren (am Fenster oder draußen)
  • Artikel auf neutralem Untergrund (weißes Tuch, Tisch)
  • 3-5 Fotos: Gesamtansicht + Details + eventuelle Mängel zeigen

Beschreibung schreiben:

  • Ehrlich über Zustand (Kratzer, Gebrauchsspuren erwähnen)
  • Maße angeben bei Möbeln
  • Marke und Modell nennen, falls vorhanden
  • "Nur Abholung" oder "Versand möglich" klar angeben

Preis festlegen:

  • Schau, was Ähnliches kostet (einfach auf der Plattform suchen)
  • Setze den Preis 10-20% höher – die Leute handeln gern
  • "VB" (Verhandlungsbasis) dazuschreiben

Kommunikation:

  • Antworte freundlich und zeitnah
  • Sei vorsichtig bei seltsamen Anfragen (z.B. "Ich schicke einen Kurier")
  • Triff dich bei größeren Beträgen an einem öffentlichen Ort

Bezahlung:

  • Bei Abholung: Bar auf die Hand
  • Bei Versand: PayPal "Waren & Dienstleistungen" (mit Käuferschutz)
  • Vorsicht bei Überweisungen vor Versand

Für wen dieser Weg passt:

✓ Du bist dabei, dich zu verkleinern (von Haus zu Wohnung)
✓ Du willst Ordnung schaffen und Platz gewinnen
✓ Du findest es befriedigend, wenn jemand deine Sachen noch gebrauchen kann
✓ Du hast etwas Zeit und kein Problem damit, mit Käufern zu kommunizieren
✓ Du magst den Gedanken, nachhaltig zu handeln statt alles wegzuwerfen

Ein ehrliches Wort zum Schluss:

Verkaufen über Online-Plattformen braucht Geduld. Nicht alles geht sofort weg. Manche Käufer sind anstrengend. Und manchmal kriegst du weniger, als du gehofft hast.

Aber: Es ist ein schöner Weg, Ordnung zu schaffen, nachhaltig zu handeln – und nebenbei etwas Geld zu verdienen.

Weg 5: Cashback-Apps nutzen – echtes Geld zurück beim Einkaufen

Cashback ist kein Einkommen im steuerlichen Sinn. Aber reale Ersparnis.

Wenn du ohnehin online einkaufst, kann das über ein Jahr hinweg 260-350 € ausmachen.

Wie funktioniert Cashback?

  1. Du kaufst über eine Cashback-App in einem Onlineshop ein
  2. Die App bekommt eine Provision vom Shop
  3. Du bekommst 1-15% deines Einkaufs zurück

Die besten Cashback-Apps 2026:

Shoop

www.shoop.de* | App für iOS & Android

  • Über 2.200 Partnershops
  • Auszahlung ab 1 €
  • Im Schnitt 260 € Ersparnis pro Jahr
  • Partner: REWE, MediaMarkt, Douglas, Zalando, Lieferando

TopCashback

de.topcashback.com* | App für iOS & Android

  • "Höchste Cashback-Garantie"
  • Über 1.600 Shops
  • Im Schnitt 350 € Ersparnis pro Jahr
  • Partner: Saturn, Expedia, Nike, ASOS, Brille24

PAYBACK

www.payback.de* | App für iOS & Android

  • Funktioniert auch im Laden (nicht nur online!)
  • Partner: REWE, Penny, dm, Aral, MediaMarkt
  • Punkte sammeln beim Wocheneinkauf

Ein realistisches Beispiel:

Du gibst 250 € monatlich online aus (Lebensmittel bei REWE, ab und zu Technik, Drogerie).

Durchschnittliches Cashback: 2-5%

Ersparnis: 60-150 € pro Jahr

Klingt wenig? Ist aber geschenktes Geld.

Für wen es passt:

Du kaufst sowieso online ein – warum nicht nebenbei Geld zurückbekommen?

Weg 6: Zimmer vermieten oder Airbnb

Die Kinder sind ausgezogen. Die große Wohnung fühlt sich plötzlich leer an. Und dann kommt dieser Gedanke: „Warum nicht ein Zimmer vermieten?"

Viele Menschen ab 60 haben mehr Platz, als sie brauchen. Ein ungenutztes Gästezimmer. Eine leere Einliegerwohnung. Oder eine Wohnung, die oft leer steht, weil man selbst viel bei den Enkeln oder auf Reisen ist.

Vermietung kann eine Möglichkeit sein, die Haushaltskasse aufzubessern – und gleichzeitig Leben ins Haus zu bringen.

Aber: Hier bin ich bewusst vorsichtig. Weil es je nach Stadt sehr unterschiedlich geregelt ist – und manchmal komplizierter als gedacht.

Was du grundsätzlich wissen solltest:

Einnahmen aus Vermietung sind steuerpflichtig. Du musst sie in der Steuererklärung angeben (Anlage V – Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung).

Es gibt aber einen Freibetrag:

  • Vermietung unter 520 € jährlich: steuerfrei
  • Darüber: steuerpflichtig (aber Werbungskosten absetzbar)

Wie viel kannst du verdienen?

Ein Zimmer in der selbst bewohnten Wohnung:
300-600 € monatlich (je nach Stadt, Größe, Ausstattung)

Ganze Wohnung zeitweise über Airbnb:
800-2.000 € monatlich (z.B. wenn du oft bei der Familie bist oder im Winter in den Süden fährst)

Dauerhaft ein Zimmer an Studenten/Berufstätige untervermieten:
400-700 € monatlich (unkomplizierter als Airbnb, regelmäßiges Einkommen)

Zwei realistische Szenarien aus dem Alltag:

Szenario 1: Gisela, 67, vermietet das ehemalige Kinderzimmer

Gisela lebt allein in einer 4-Zimmer-Wohnung in Frankfurt. Ihre Kinder sind seit Jahren ausgezogen. Sie vermietet seit 3 Jahren ein möbliertes Zimmer an wechselnde Gäste über Airbnb.

Ihr Modell:

  • 10-12 Buchungen pro Monat
  • Durchschnittlich 45 € pro Nacht
  • Ca. 500-600 € im Monat

Steuerlich: Sie zahlt Einkommensteuer auf den Gewinn (nach Abzug von Strom, Wäsche, Reinigung). Liegt bei etwa 4.000-5.000 € jährlich zusätzlich zur Rente.

Szenario 2: Klaus, 63, vermietet seine Wohnung, wenn er bei den Enkeln ist

Klaus verbringt 3-4 Monate im Jahr bei seiner Tochter, um bei den Enkeln zu helfen. In dieser Zeit steht seine 2-Zimmer-Wohnung in München leer. Er vermietet sie zeitweise über Airbnb.

Sein Modell:

  • 3 Monate vermietet (Mai-Juli)
  • Ca. 1.800 € pro Monat
  • 5.400 € zusätzlich im Jahr

Aber: Er brauchte eine Genehmigung der Stadt München und eine Registrierungsnummer. Das hat 3 Monate gedauert und 200 € gekostet.

Was du beachten musst – die Regelungen variieren stark:

Je nach Stadt brauchst du:

In großen Städten (Berlin, München, Hamburg, Köln):

  • Gewerbliche Vermietung: Meist Genehmigungspflicht
  • Registrierungsnummer (kostenlos oder gegen Gebühr)
  • Zweckentfremdungsregeln beachten (teilweise max. 8 Wochen/Jahr erlaubt)
  • Strenge Kontrollen und hohe Bußgelder bei Verstößen (bis zu 100.000 €)

In kleineren Städten und ländlichen Regionen:

  • Oft keine Genehmigung nötig
  • Trotzdem steuerpflichtig
  • Weniger strenge Regeln

Mein Rat: Vorher bei der Stadt informieren.

Ruf bei deiner Stadtverwaltung an (Amt für Wohnungswesen, Ordnungsamt) oder schau auf der städtischen Website. Die meisten Städte haben inzwischen klare Info-Seiten zu Airbnb und Co.

Plattformen:

  • Airbnb (www.airbnb.de*)
  • Booking.com
  • WG-gesucht (für längerfristige Vermietung)

Für wen es passt:

Du hast Platz übrig, Lust auf neue Gesichter im Haus – und keine Scheu vor etwas Organisation.

Weg 7: Stellenportale speziell für 60+ nutzen

Hilfreich sind Portale, die gezielt Menschen 60+ ansprechen. Die verstehen, dass du vielleicht nur 10-15 Stunden die Woche arbeiten willst.

Die besten Jobportale für Rentner und Menschen 60+:

Silvertalent

www.silvertalent.com

Das Besondere:

  • Deutschlands größte Jobplattform speziell für Rentner*innen
  • KI-gestützte Jobsuche
  • Keine Bewerbungsunterlagen nötig
  • Minijob, Teilzeit oder Vollzeit
  • Typische Jobs: Hausmeister, Reinigung, Garten, Fahrdienste

Perspektive50Plus

www.perspektive50plus.de

  • Portal für die Generation 50+
  • Fokus auf flexible Arbeitszeiten
  • Bundesweite Stellenangebote

Klassische Portale mit guten Filtern

  • Indeed (de.indeed.com) – Filter "Minijob" + "Rentner" setzen
  • StepStone (www.stepstone.de) – Such nach "Rentner" oder "55+"
  • Jooble (de.jooble.org) – Gute Filterfunktionen nach Arbeitszeit

Drei Schritte, die fast immer helfen:

  1. Entscheide: Minijob, Teilzeit oder sozialversicherungspflichtig?
  2. Nutze ein Portal konsequent – nicht fünf gleichzeitig
  3. Such nach Tätigkeiten, die deine Energie respektieren

Und bitte merk dir: Du bist keine „Restarbeitskraft". Du bringst Erfahrung mit.

Für wen es passt:

Du willst gezielt nach passenden Jobs suchen – ohne dich in klassischen Bewerbungsprozessen zu verlieren.

Übersicht: Welcher Weg passt zu dir?

Hier noch mal alle 7 Wege auf einen Blick:

Weg
Aufwand
Verdienst/Ersparnis
Für wen?
1. Minijob
Mittel
Bis 603 €/Monat
Wer 8-15h/Woche arbeiten will
2. Aktivrente (Teilzeit)
Mittel-Hoch
Bis 2.000 € steuerfrei
Wer 15-25h/Woche arbeiten will
3. Kleingewerbe
Hoch
Sehr variabel
Wer eine konkrete Idee hat
4. eBay/Kleinanzeigen
Niedrig-Mittel
50-2.000 € (einmalig/laufend)
Wer entrümpeln oder verkaufen will
5. Cashback-Apps
Sehr niedrig
260-350 €/Jahr
Alle, die online einkaufen
6. Zimmer vermieten
Mittel
300-2.000 €/Monat
Wer Platz übrig hat
7. Jobportale 55+
Niedrig
Zugang zu passenden Jobs
Wer gezielt suchen will

Kurz noch wichtig: Das ersetzt keine steuerliche Beratung

Dieser Beitrag gibt dir Orientierung. Keine individuelle Steuerberatung.

Ob und wie viel Steuer anfällt, hängt immer von deiner persönlichen Situation ab: Rentenart, Gesamteinkommen, Versicherungen, weitere Einnahmen.

Im Zweifel gilt: Einmal prüfen lassen. Dann bleibt es ruhig.

Fazit: Rente aufstocken 2026 ist leichter, wenn du bewusst entscheidest

Die Möglichkeiten waren selten so vielfältig wie jetzt.

Die Frage ist nicht: Was ist maximal möglich?

Sondern: Was fühlt sich für dich stimmig an?

Mein Rat:

Kombiniere mehrere Wege.

  • Basis: Minijob (500 €/Monat)
  • Extra: Cashback-Apps (20-30 €/Monat)
  • Bonus: Verkauf auf Kleinanzeigen (ab und zu 50-200 €)

Ergebnis: 550-730 € mehr pro Monat. Ohne Stress.

Das ist kluges Älterwerden. Die Realität sehen. Und dann entscheiden, was du daraus machst.

Bist du schon im Ruhestand? Oder planst du noch? Schreib mir gern in die Kommentare – ich lese jeden Beitrag.

Genieß dein Leben. Du hast nur eins.

Viele Grüße
Marlis

Wer schreibt hier?

Ich bin Marlis Schorcht und ich schreibe hier über das, was viele lieber verdrängen: dass wir älter werden. Nicht irgendwann, sondern jetzt, jeden Tag.

Warum ich das tue:
Weil Altern keine Krankheit ist, die man bekämpfen muss, sondern eine Lebensphase, die man gestalten kann. Bewusst, selbstbestimmt, ohne Angst.

Auf Leben-und-Altern.de schreibe ich über das Leben nach der Arbeit, über Sinn, Gesundheit, Beziehungen, Einsamkeit und Geld. Über die 20 Jahre, über die kaum jemand spricht und darüber, wie man sie mit mehr Lebensqualität, Klarheit und Gelassenheit erleben kann.

Schreib mir gern:
Wenn du Gedanken, Fragen oder Herausforderungen zum Thema hast. Oder wenn du etwas erlebt hast, das anderen Mut machen könnte, etwas, das dich verändert oder weitergebracht hat.

Ich freue mich auf den Austausch:
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Marlis Schorcht sitzt am Schreibtisch und lächelt in die Kamera
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