Pflegehilfsmittel beantragen: Der komplette Guide für pflegende Angehörige

Weißt du, was ich neulich beim Recherchieren entdeckt hab?

Pflegeboxen.

Ich weiß, ich weiß – das Wort klingt erstmal nach... naja. Nach etwas, das man gerade eben noch nicht braucht. Nach Seniorenheim und Rollator und „jetzt geht's los".

Aber ehrlich? Das stimmt so nicht.

Ich hab mich da mal durchgewühlt, weil mich das Thema Pflegehilfsmittel im Alter interessiert hat. Und dachte mir: Vielleicht ist das ja auch für dich spannend. Gerade wenn du einen Angehörigen mit Pflegegrad zu Hause pflegst oder selbst einen Pflegegrad hast oder überlegst, einen zu beantragen.

In diesem Beitrag zeige ich dir, was eine Pflegebox überhaupt ist, was wirklich drin ist, wer Anspruch darauf hat und wie aufwendig die Beantragung tatsächlich ist.

Damit du am Ende selbst entscheiden kannst, ob das für dich sinnvoll ist – oder eben nicht.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Empfehlungs-Links. Für dich ändert sich dadurch nichts am Inhalt oder den angegebenen Preisen. Aber je nach Link-Ziel erhalte ich eine kleine Provision vom Anbieter.

Was ist eine Pflegebox überhaupt?

Eine Pflegebox ist tatsächlich genau das, wonach es klingt: Eine Box mit Pflegehilfsmitteln, die regelmäßig nach Hause geliefert wird. Der offizielle Begriff lautet "Pflegehilfsmittel zum Verbrauch" – klingt sperrig, meint aber einfach Produkte, die du bei der häuslichen Pflege brauchst und die nur einmal verwendet werden.

Was viele nicht wissen: Die Pflegekasse übernimmt dafür bis zu 42 Euro pro Monat (Stand: Februar 2026). Das ist keine freiwillige Leistung, sondern ein gesetzlicher Anspruch nach § 40 SGB XI. Wenn jemand ab Pflegegrad 1 zuhause gepflegt wird, steht ihm diese Unterstützung zu.

Die Idee dahinter ist ziemlich praktisch. Statt jeden Monat selbst Desinfektionsmittel, Handschuhe und Bettschutz kaufen zu müssen, kommt alles automatisch nach Hause. Die Abrechnung läuft direkt über die Pflegekasse. Du zahlst nichts.

Wichtig zu verstehen: Es geht hier um Verbrauchsprodukte. Also Dinge, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Technische Pflegehilfsmittel wie ein Pflegebett oder Rollator gehören nicht dazu – die fallen unter eine andere Kategorie.

Pflegebox Inhalt - Was ist in einer Pflegebox drin?

Der Inhalt richtet sich nach dem, was du tatsächlich brauchst. Die Pflegekasse unterscheidet zwischen verschiedenen Produktgruppen. Was häufig enthalten ist:

Einmalhandschuhe: Die brauchst du bei der Körperpflege, beim Wechseln von Inkontinenzmaterial oder bei der Wundversorgung. Die meisten Boxen enthalten latexfreie Handschuhe, weil viele Menschen auf Latex allergisch reagieren. Pro Monat werden oft 100-200 Stück geliefert.

Desinfektionsmittel: Sowohl für die Hände als auch für Flächen wichtig. Gerade bei der Pflege zuhause schützt regelmäßige Desinfektion vor Infektionen. Die Flaschengrößen variieren je nach Anbieter zwischen 500 ml und 1 Liter.

Bettschutzeinlagen: Diese saugfähigen Unterlagen schützen Matratze und Bettwäsche. Besonders wichtig bei Inkontinenz oder wenn jemand längere Zeit im Bett liegt. Die Einlagen gibt es in verschiedenen Größen, meist 60x90 cm.

Mundschutz: Schützt sowohl die pflegebedürftige Person als auch dich als Pflegenden. Gerade bei geschwächtem Immunsystem oder ansteckenden Erkrankungen sinnvoll.

Schutzschürzen: Einweg-Schürzen halten deine Kleidung bei der Pflege sauber und verhindern, dass Keime übertragen werden.

Die konkrete Zusammenstellung kannst du bei den meisten Anbietern selbst bestimmen. Anbieter wie Pflegehase* oder Satiata* bieten fertige Boxen an, die du individuell anpassen kannst – je nachdem, was du wirklich brauchst.

Was Studien aus der Pflegeforschung zeigen: Die regelmäßige Nutzung von Hygieneprodukten reduziert das Infektionsrisiko bei der häuslichen Pflege deutlich. Das schützt beide Seiten – sowohl die pflegebedürftige Person als auch dich.

Wer hat Anspruch auf eine kostenlose Pflegebox?

Der Anspruch ist klar geregelt. Du brauchst drei Voraussetzungen:

Erstens: Pflegegrad 1 oder höher. Seit 2017 gilt das neue Pflegestärkungsgesetz. Seitdem haben alle Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Früher war das anders – da brauchtest du mindestens Pflegestufe 1. Das hat sich geändert.

Zweitens: Häusliche Pflege. Die Pflege muss zuhause stattfinden. Das kann in der eigenen Wohnung sein, bei Angehörigen oder in einer Wohngemeinschaft. Wichtig ist: Es muss häusliche Pflege sein, keine vollstationäre Pflege im Pflegeheim.

Drittens: Pflege durch Angehörige, Freunde oder einen Pflegedienst. Wer genau pflegt, spielt keine Rolle. Es können Familienangehörige sein, Nachbarn, Freunde oder ein ambulanter Pflegedienst. Die Kombination ist auch möglich – zum Beispiel wenn ein Pflegedienst morgens kommt und abends die Tochter übernimmt.

Was viele überrascht: Auch bei Pflegegrad 1 gibt es den vollen Anspruch auf 42 Euro monatlich. Viele denken, dass bei niedrigen Pflegegraden weniger gezahlt wird. Das stimmt nicht. Der Betrag ist für alle Pflegegrade gleich.

Die Pflegekasse zahlt diese 42 Euro übrigens nicht an dich aus, sondern direkt an den Anbieter. Du musst das Geld also nicht vorstrecken. Die Abrechnung läuft komplett im Hintergrund.

Ein häufiger Irrtum: Manche Menschen glauben, sie müssten die 42 Euro jeden Monat komplett ausschöpfen. Das stimmt nicht. Wenn du nur Produkte für 25 Euro brauchst, ist das völlig in Ordnung. Die Differenz verfällt einfach – du kannst sie nicht ansparen oder auf den nächsten Monat übertragen.

Wie beantragst du eine Pflegebox für pflegende Angehörige?

Die Beantragung ist ehrlich gesagt ziemlich unkompliziert geworden. Früher musstest du bei der Pflegekasse Formulare ausfüllen und jeden Monat neu beantragen. Das hat sich geändert.

Schritt 1: Anbieter auswählen. Es gibt verschiedene Anbieter, die Pflegeboxen liefern. Du kannst online recherchieren oder direkt bei einer Apotheke oder einem Sanitätshaus bestellen.

Online kannst du Pflegeboxen beispielsweise hier bestellen:

  • Pflegehase* - Schön übersichtliche Website, die Boxen können individuell zusammengestellt werden. Zusätzlich gibt es weitere zuzahlungsfreie Pflegehilfsmittel
  • Satiata* - Partner aller Pflegekassen, bietet feste Pflegeboxen an, unkompliziert
  • Pflegebox.de* - Beschreibt sich selbst als "Deutschlands führender Service für die häusliche Versorgung mit Pflegehilfsmitteln"
  • HealthMask* - beschreibt sich selbst als "einer der größten Online Fachhändler für Medizinbedarf und Schutzausrüstung" und bietet übersichtlich verschiedene Pflegeboxen an

Schritt 2: Online-Formular ausfüllen. Bei den meisten Anbietern funktioniert das mittlerweile komplett digital. Du gibst deine Daten an, die Daten der pflegebedürftigen Person, den Pflegegrad und die Pflegekasse. Das dauert etwa 5-10 Minuten.

Schritt 3: Produkte auswählen. Du stellst dir deine Box zusammen. Was brauchst du wirklich? Bei Pflegehase* kannst du zum Beispiel eine individuelle Box zusammenstellen. Satiata* bietet ebenfalls flexible Zusammenstellungen an.

Schritt 4: Vollmacht unterschreiben. Der Anbieter braucht eine Vollmacht, um die Abrechnung direkt mit deiner Pflegekasse zu regeln. Die unterschreibt die pflegebedürftige Person oder – wenn das nicht möglich ist – der gesetzliche Betreuer. Das Formular bekommst du vom Anbieter zugeschickt.

Schritt 5: Erste Lieferung kommt. Nach der Bearbeitung – das dauert meist 1-2 Wochen – kommt die erste Box nach Hause. Ab dann bekommst du jeden Monat automatisch eine neue Lieferung.

Was viele nicht wissen: Du kannst die Zusammenstellung jederzeit ändern. Wenn du merkst, dass du mehr Handschuhe und weniger Desinfektionsmittel brauchst, kannst du das anpassen. Die meisten Anbieter haben dafür einen Online-Zugang.

Ein praktischer Tipp aus Erfahrungsberichten: Fotografier die unterschriebene Vollmacht mit dem Smartphone, bevor du sie wegschickst. Falls Fragen auftauchen, hast du alles griffbereit.

Was kostet eine Pflegebox – und wer zahlt wirklich?

Die kurze Antwort: Für dich kostet sie nichts. Die Pflegekasse übernimmt bis zu 42 Euro pro Monat. Das ist der Höchstbetrag, der gesetzlich festgelegt ist.

Aber wie funktioniert das genau? Der Anbieter stellt die Produkte zusammen, die du ausgewählt hast. Dann rechnet er direkt mit deiner Pflegekasse ab. Du musst nichts bezahlen, nichts vorfinanzieren, keine Quittungen einreichen.

Was passiert, wenn die Produkte mehr als 42 Euro kosten? Dann musst du die Differenz selbst zahlen. Die meisten Anbieter achten aber darauf, dass die monatliche Box genau bei 42 Euro liegt. Seriöse Anbieter beraten dich bei der Zusammenstellung so, dass du im Rahmen bleibst.

Und wenn du weniger als 42 Euro brauchst? Auch das ist kein Problem. Wenn deine Box nur 30 Euro wert ist, werden auch nur 30 Euro abgerechnet. Die restlichen 12 Euro verfallen – du kannst sie nicht auf den nächsten Monat übertragen oder dir auszahlen lassen.

Ein häufiger Stolperstein: Manche Menschen bestellen zusätzlich noch Produkte außerhalb der Box – zum Beispiel in der Apotheke. Dann zahlen sie doppelt, weil sie die 42 Euro bereits über die Box ausschöpfen. Deshalb lohnt es sich, genau zu überlegen, was du wirklich über die Box beziehst und was du separat kaufst.

Die Pflegeforschung zeigt übrigens: Regelmäßige Versorgung mit Hygienematerialien verbessert die Pflegequalität zuhause deutlich. Das liegt daran, dass du dann jeden Monat frisches Material zur Verfügung hast – ohne selbst daran denken zu müssen.

Fazit: Pflegebox nutzen lohnt sich

Eine Pflegebox macht die Pflege zuhause ein Stück weit einfacher. Du musst nicht mehr jeden Monat selbst Handschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutz kaufen. Alles kommt automatisch nach Hause. Die Pflegekasse zahlt bis zu 42 Euro monatlich – und zwar für alle Menschen mit Pflegegrad ab 1, die zuhause gepflegt werden.

Die drei wichtigsten Punkte:

Erstens: Die Beantragung ist unkompliziert. Online-Formular ausfüllen, Produkte auswählen, Vollmacht unterschreiben – fertig. Anbieter wie Pflegehase*, Satiata*, Pflegebox* oder HealthMask* übernehmen die komplette Abrechnung mit der Pflegekasse.

Zweitens: Du kannst die Zusammenstellung jederzeit anpassen. Wenn sich die Pflegesituation ändert, änderst du einfach deine Produktauswahl.

Drittens: Die Box kostet dich nichts. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten bis 42 Euro monatlich. Du musst nichts vorfinanzieren.

Was kannst du heute tun? Schau dir die Anbieter an, vergleiche die Produktauswahl und bestelle deine erste Box. Das dauert etwa 10-15 Minuten – und erleichtert die Pflege zuhause ab dem nächsten Monat deutlich.

Genieß dein Leben. Du hast nur eins.

Viele Grüße

Marlis



Wer schreibt hier?

Ich bin Marlis Schorcht und ich schreibe hier über das, was viele lieber verdrängen: dass wir älter werden. Nicht irgendwann, sondern jetzt, jeden Tag.

Warum ich das tue:
Weil Altern keine Krankheit ist, die man bekämpfen muss, sondern eine Lebensphase, die man gestalten kann. Bewusst, selbstbestimmt, ohne Angst.

Auf Leben-und-Altern.de schreibe ich über das Leben nach der Arbeit, über Sinn, Gesundheit, Beziehungen, Einsamkeit und Geld. Über die 20 Jahre, über die kaum jemand spricht und darüber, wie man sie mit mehr Lebensqualität, Klarheit und Gelassenheit erleben kann.

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Marlis Schorcht sitzt am Schreibtisch und lächelt in die Kamera
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