Die Kaffeemaschine morgens anwerfen – für viele Menschen über 65 gehört das einfach zum guten Start in den Tag. Und jetzt kommt eine ziemlich aufregend neue Nachricht aus der Wissenschaft: Dein täglicher Kaffee könnte tatsächlich dein Gehirn schützen.
Eine brandneue Studie aus Harvard, gerade am 9. Februar 2026 in JAMA veröffentlicht, hat über 130.000 Menschen bis zu 43 Jahre lang begleitet.
Das Ergebnis ist ehrlich gesagt beeindruckend: Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, haben ein deutlich niedrigeres Demenzrisiko. Und zwar nicht nur ein bisschen – sondern messbar und klinisch relevant.
Was mich besonders freut: Es geht hier nicht um irgendwelche komplizierten Interventionen oder teure Nahrungsergänzungsmittel. Sondern um etwas, das die meisten Menschen ab 65 sowieso schon tun. Kaffee trinken. Oder Tee.
In diesem Beitrag zeige ich dir, was die Forschung konkret herausgefunden hat, wie viel Kaffee oder Tee optimal ist für dein Gehirn ab 65, und was du praktisch umsetzen kannst – heute, morgen, in deinem ganz normalen Alltag.
Was die neue Harvard-Studie über Kaffee, Tee und Demenz zeigt
Die Zahlen sind eindeutig. Die Forschenden von der Harvard University haben 131.821 Menschen über durchschnittlich 36,8 Jahre begleitet – manche sogar 43 Jahre lang. In dieser Zeit wurden 11.033 Demenzfälle dokumentiert.
Was die Wissenschaftler:innen bei Menschen ab 65 gefunden haben: Wer zur Gruppe mit dem höchsten Kaffeekonsum gehörte, hatte 18% weniger Demenzfälle als die Gruppe mit dem niedrigsten Konsum. Konkret bedeutet das: 141 Demenzfälle pro 100.000 Personenjahre in der Hochkonsum-Gruppe, verglichen mit 330 Fällen in der Niedrigkonsum-Gruppe.
Aber halt. Es kommt noch besser.
Die Studie hat nicht nur das Demenzrisiko untersucht, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter gemessen. Menschen über 65, die regelmäßig Kaffee tranken, schnitten in kognitiven Tests besser ab.
Ihr Gedächtnis war messbar besser, ihre Reaktionsgeschwindigkeit höher, ihre geistige Flexibilität ausgeprägter.
Ein Detail, das für die Praxis wichtig ist: Die Studie hat zwischen koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee unterschieden. Und hier wird's interessant für deinen Alltag ab 65.
Wie viel Kaffee ist optimal für dein Gehirn ab 65?
Die entscheidende Frage für die meisten Menschen über 65: Wie viel Kaffee ist genug? Und ab wann wird's zu viel?
Die Harvard-Forschung zeigt einen klaren Dosis-Wirkungs-Zusammenhang. Aber – und das ist ehrlich gesagt beruhigend – es ist keine lineare Beziehung. Du musst also nicht fünf oder sechs Tassen am Tag trinken, um den maximalen Schutz zu bekommen.
Die optimale Menge liegt bei etwa 2 bis 3 Tassen Kaffee pro Tag. Bei dieser Menge sehen die Wissenschaftler:innen die stärksten schützenden Effekte auf die kognitive Gesundheit im Alter.
Was das praktisch bedeutet: Wenn du morgens zwei Tassen trinkst und vielleicht nachmittags noch eine, bist du ziemlich genau im optimalen Bereich für dein Gehirn ab 60.
Mehr hilft nicht unbedingt mehr. Die Studie zeigt, dass der schützende Effekt bei etwa 3 Tassen ein Plateau erreicht. Das heißt: Die vierte, fünfte oder sechste Tasse bringt keinen zusätzlichen Nutzen für deine kognitive Gesundheit im Alter mehr.
Warum koffeinhaltiger Kaffee besser wirkt als entkoffeinierter
Jetzt wird's spannend für alle, die aus gesundheitlichen Gründen oder wegen Schlafproblemen auf entkoffeinierten Kaffee umgestiegen sind.
Die Harvard-Studie hat explizit untersucht, ob entkoffeinierter Kaffee die gleichen schützenden Effekte auf das Gehirn von Menschen ab 65 hat. Die Antwort ist ehrlich gesagt ernüchternd: Nein, hat er nicht.
Entkoffeinierter Kaffee zeigte in der Studie keine signifikante Assoziation mit einem reduzierten Demenzrisiko bei Menschen über 65. Das bedeutet: Es ist tatsächlich das Koffein, das den Unterschied macht für deine kognitive Gesundheit im Alter.
Was die Forschung nahelegt: Koffein hat direkte neuroprotektive Eigenschaften für das alternde Gehirn. Es stimuliert nicht nur kurzfristig die Konzentration – sondern schützt langfristig die Nervenzellen.
Für die Praxis bedeutet das: Wenn du aus medizinischen Gründen kein Koffein verträgst, kannst du entkoffeinierten Kaffee genießen. Aber erwarte nicht die gleichen schützenden Effekte für dein Gehirn im Alter, die die Studie bei koffeinhaltigem Kaffee gefunden hat.
Eine Alternative für Menschen über 70, die nachmittags oder abends keinen Kaffee mehr trinken möchten wegen des Schlafs: Morgens und vormittags koffeinhaltigen Kaffee, nachmittags dann auf Tee umsteigen. Dazu gleich mehr.
Tee als Alternative: Was Menschen ab 65 über Tee und kognitive Gesundheit wissen sollten
Die gute Nachricht für alle Teetrinker über 65 ist nämlich: Tee zeigt in der Harvard-Studie ähnliche schützende Effekte wie Kaffee.
Menschen, die regelmäßig Tee tranken, hatten ebenfalls ein niedrigeres Demenzrisiko und bessere kognitive Testleistungen als Nicht-Teetrinker im gleichen Alter. Die optimale Menge liegt bei 1 bis 2 Tassen pro Tag für Menschen über 65.
Was viele nicht wissen: Tee enthält zwar weniger Koffein als Kaffee, aber er hat zusätzlich noch andere neuroprotektive Substanzen. Catechine, Polyphenole, L-Theanin – alles Stoffe, die halt einfach gut sind für dein alterndes Gehirn.
Ein Detail, das für Menschen ab 65 wichtig ist: Schwarztee und Grüntee haben beide protektive Effekte gezeigt. Du musst also nicht unbedingt auf den als besonders gesund geltenden Grüntee umsteigen, wenn dir Schwarztee einfach besser schmeckt.Welche Kaffeezubereitung ist am gesündesten für Menschen ab 70?
Die Studie hat keine spezifischen Unterschiede zwischen verschiedenen Zubereitungsarten untersucht. Aber es gibt andere Forschung, die für Menschen ab 65 relevant ist.
Filterkaffee gilt als besonders herzgesund für Menschen über 70, weil die Papierfilter bestimmte Stoffe zurückhalten, die den Cholesterinspiegel im Alter erhöhen könnten. Das ist gerade für Menschen ab 70 mit existierendem Herz-Kreislauf-Risiko wichtig.
Espresso, French Press oder türkischer Kaffee – alles Varianten, bei denen diese Filtration nicht stattfindet. Sie sind nicht per se ungesund für Menschen ab 65, aber wenn du bereits erhöhte Cholesterinwerte hast, ist Filterkaffee die bessere Wahl für deine Gesundheit im Alter.
Was diese Forschung praktisch für deinen Alltag ab 65 bedeutet
Lass uns ehrlich sein: Die meisten Menschen über 65 trinken sowieso Kaffee oder Tee. Was diese neue Studie jetzt zeigt – du kannst das nicht nur weiter genießen, sondern tust damit aktiv etwas für dein Gehirn.
Das Wichtigste für deinen Alltag ab 70:
Für Kaffeetrinker: 2-3 Tassen normaler, koffeinhaltiger Kaffee pro Tag ist optimal für deine kognitive Gesundheit im Alter. Mehr bringt keinen zusätzlichen Schutz, weniger ist weniger effektiv.
Für Teetrinker: 1-2 Tassen Tee pro Tag reichen aus, um ähnliche schützende Effekte für dein Gehirn ab 65 zu bekommen wie Kaffee.
Wenn du beides kombinierst: Das ist völlig in Ordnung für Menschen über 70. Morgens Kaffee, nachmittags Tee – eine Kombination, die viele Menschen ab 65 sowieso schon praktizieren.
Was du NICHT tun solltest: Extra Kaffee trinken, nur weil die Studie positive Effekte zeigt. Wenn du keinen Kaffee magst oder ihn nicht verträgst, zwing dich nicht dazu. Die Forschung zeigt Assoziationen, keine Kausalität.
Was die Studie außerdem zeigt: Der schützende Effekt ist langfristig. Das bedeutet nicht, dass dein Gedächtnis morgen besser ist, wenn du heute anfängst, mehr Kaffee zu trinken. Es bedeutet, dass regelmäßiger Konsum über Jahre und Jahrzehnte dein Demenzrisiko im Alter senkt.Fazit: Kaffee und Tee als Teil deiner kognitiven Gesundheitsstrategie ab 65
Die neue Harvard-Studie aus 2026 liefert starke Evidenz dafür, dass dein täglicher Kaffee oder Tee mehr ist als nur ein Genussmittel für Menschen ab 65. Es ist eine einfache, alltagsintegrierte Maßnahme für deine kognitive Gesundheit im Alter.
Die drei wichtigsten Erkenntnisse für Menschen über 70:
- 2-3 Tassen koffeinhaltiger Kaffee täglich zeigen den stärksten schützenden Effekt gegen Demenz im Alter
- 1-2 Tassen Tee sind eine gute Alternative oder Ergänzung für deine kognitive Gesundheit ab 65
- Entkoffeinierter Kaffee hat nicht die gleichen protektiven Effekte für das alternde Gehirn
Was das für dich bedeutet: Wenn du sowieso Kaffee oder Tee trinkst, mach einfach weiter. Du tust damit schon etwas Gutes für dein Gehirn. Wenn du mehr trinken möchtest für den kognitiven Schutz – 2-3 Tassen Kaffee oder 1-2 Tassen Tee sind die optimale Menge für Menschen ab 70.
Und wenn du bisher wenig Kaffee oder Tee getrunken hast? Dann ist das vielleicht ein guter Anlass, diese einfache, genussvolle Gewohnheit in deinen Alltag ab 65 zu integrieren. Es ist eine der einfachsten Dinge, die du für deine kognitive Gesundheit im Alter tun kannst.
Was machst du? Bist du Kaffee- oder Teetrinker:in? Und hast du schon bemerkt, dass dir dein Morgenkaffee hilft, mental aktiv zu bleiben?
Genieß dein Leben. Du hast nur eins.
Marlis


