Pflegehilfsmittel beantragen: Für deine Pflege zu Hause

Wenn du deine Eltern oder andere Angehörige zuhause pflegst, stehen dir kostenlose Pflegehilfsmittel zu. Von der monatlichen Pflegebox über den Rollator bis zum Umbau des Badezimmers – die Pflegekasse übernimmt die Kosten oder den Großteil davon.

Das Problem: Viele Menschen wissen gar nicht, was ihnen zusteht. Und wie man es beantragt.

Diese Situation kenne ich aus vielen Gesprächen. Du steckst mitten in der Pflege, hast wenig Zeit, und sollst dich jetzt auch noch durch Anträge und Formulare kämpfen? Deshalb bekommst du hier einen praktischen Überblick zu allem, was du über Pflegehilfsmittel wissen musst.

In diesem Beitrag erfährst du, welche drei Kategorien von Pflegehilfsmitteln es gibt, was genau du beantragen kannst, wer Anspruch darauf hat, und wie die Beantragung wirklich funktioniert.

Am Ende weißt du genau, welche Unterstützung dir zusteht – und wo du sie bekommst.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Empfehlungs-Links. Für dich ändert sich dadurch nichts am Inhalt oder den angegebenen Preisen. Aber je nach Link-Ziel erhalte ich eine kleine Provision vom Anbieter.

Was sind Pflegehilfsmittel eigentlich?

Pflegehilfsmittel sind Produkte und Geräte, die die häusliche Pflege erleichtern. Das Ziel ist einfach: Die Pflege soll für alle machbarer werden. Sowohl für die Pflegenden, als auch für die zu Pflegenden, also deine Mama, deinen Vater oder andere Angehörige.

Die drei Kategorien von Pflegehilfsmitteln

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen drei verschiedenen Kategorien. Klingt bürokratisch, aber es lohnt sich, das zu verstehen – weil sich die Beantragung und Kostenübernahme je nach Kategorie unterscheidet.

Kategorie 1: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Das sind Einmalprodukte, die du nach einmaligem Gebrauch entsorgst. Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen, Mundschutz. Die Pflegekasse übernimmt dafür bis zu 42 Euro pro Monat – automatisch, jeden Monat neu. Das ist ehrlich gesagt die einfachste Kategorie.

Kategorie 2: Technische Pflegehilfsmittel

Das sind Geräte, die mehrfach verwendet werden. Rollator, Pflegebett, Hausnotruf, Badewannenlifter, Toilettensitzerhöhung, Pflegesessel. Diese musst du einzeln beantragen, oft brauchst du ein Rezept vom Arzt. Etwas aufwendiger, aber die Pflegekasse übernimmt fast alles.

Kategorie 3: Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Das sind bauliche Veränderungen. Rampe einbauen, Türen verbreitern, Bad umbauen, Treppenlift. Die Pflegekasse kann hier mit bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme unterstützen. Das ist richtig viel Geld, aber auch der aufwendigste Prozess.

Wichtig zu wissen: Für jede dieser drei Kategorien gelten unterschiedliche Regeln bei Anspruch und Beantragung. Deshalb schauen wir uns jetzt jede Kategorie einzeln an.

Kategorie 1: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Pflegebox)

Die monatliche Pflegebox ist die einfachste Form der Unterstützung. Du bekommst jeden Monat eine Box mit Verbrauchsmaterialien nach Hause geliefert – kostenlos, automatisch, ohne dass du jedes Mal neu beantragen musst.

Was ist drin in so einer Pflegebox?

  • Einmalhandschuhe (latexfrei)
  • Desinfektionsmittel für Hände und Flächen
  • Bettschutzeinlagen (saugfähig, verschiedene Größen)
  • Mundschutz
  • Schutzschürzen

Die konkrete Zusammenstellung kannst du selbst bestimmen – je nachdem, was du bei der Pflege deiner Eltern oder Angehörigen wirklich brauchst.

Wer hat Anspruch auf eine Pflegehilfsmittelbox?

  • Pflegegrad 1 oder höher
  • Häusliche Pflege (kein Pflegeheim)
  • Pflege durch dich oder einen ambulanten Pflegedienst

Wie beantragst du die Pflegebox?

Die Beantragung läuft mittlerweile komplett digital. Anbieter wie Pflegehase* oder Satiata* kümmern sich um die komplette Abwicklung: Du füllst ein Online-Formular aus, wählst deine Produkte, unterschreibst eine Vollmacht – fertig. Nach 1-2 Wochen kommt die erste Box, danach jeden Monat automatisch. Die Abrechnung läuft direkt zwischen Anbieter und Pflegekasse.

Mehr Details zur Pflegebox:

Ich habe einen ausführlichen Artikel geschrieben, der dir genau erklärt, wie du eine Pflegebox beantragst, welche Anbieter es gibt, und worauf du achten solltest. → Hier geht's zum kompletten Pflegebox-Guide

Kategorie 2: Technische Pflegehilfsmittel

Technische Pflegehilfsmittel sind Geräte und Hilfsmittel, die mehrfach verwendet werden. Hier wird's etwas aufwendiger bei der Beantragung – aber die Unterstützung ist auch deutlich größer.

Hilfsmittel für die Mobilität

Rollator:

Ein Rollator kostet zwischen 100 und 300 Euro. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten komplett – du zahlst nur eine Zuzahlung von maximal 10 Euro. Wichtig: Du brauchst ein Rezept vom Arzt. Dann gehst du damit zum Sanitätshaus vor Ort oder bestellst bei einem Online-Sanitätshaus.

Pflegebett:

Ein elektrisch verstellbares Pflegebett macht die Pflege deutlich einfacher. Kostet zwischen 800 und 2.000 Euro. Die Pflegekasse übernimmt auch hier die Kosten – deine Zuzahlung liegt bei maximal 25 Euro. Auch hier brauchst du ein ärztliches Rezept.

Badewannenlifter und Duschhocker:

Erleichtert die Körperpflege enorm. Ein Badewannenlifter kostet etwa 200-400 Euro, ein Duschhocker 50-150 Euro. Beides wird von der Pflegekasse übernommen, wenn du ein Rezept hast.

Toilettensitzerhöhung:

Unterschätzen viele, ist aber ziemlich hilfreich. Macht das Aufstehen von der Toilette viel einfacher. Kostet zwischen 30 und 150 Euro, wird von der Pflegekasse übernommen.

Pflegesessel mit Aufstehhilfe

Ein Pflegesessel ist mehr als nur ein bequemer Sessel. Er hat eine eingebaute Aufstehhilfe, die deinen Vater oder deine Mutter beim Aufstehen unterstützt. Besonders wichtig, wenn die Kraft in den Beinen nachlässt.

Pflegesessel kosten zwischen 800 und 2.500 Euro. Die Pflegekasse übernimmt einen Teil der Kosten, wenn ein ärztliches Rezept vorliegt. Bei Pflegesesseln lohnt es sich, auf gute Qualität zu achten – das Teil soll ja mehrere Jahre halten.

Anbieter wie Devita* sind auf Pflegesessel spezialisiert und bieten Modelle an, die individuell konfigurierbar sind. Du kannst Größe, Bezug und Funktionen an die Bedürfnisse anpassen. Über diesen Link hier könnt ihr bei Devita bis zu 4% Rabatt erhalten.*

Hausnotruf

Ein Hausnotruf ist besonders wichtig, wenn deine Eltern noch alleine wohnen. Ein Knopf (meist als Armband oder Kette), mit dem sie im Notfall Hilfe rufen können. Kostet etwa 25-30 Euro monatlich.

Die Pflegekasse übernimmt bei anerkanntem Pflegegrad oft einen Großteil der Kosten – meist 23 Euro monatlich. Die Differenz zahlst du selbst, oder der Anbieter erlässt sie.

Anbieter wie Pflegehase bieten Hausnotrufsysteme* an und kümmern sich um die Abrechnung mit der Pflegekasse. Auch die großen Wohlfahrtsverbände (Johanniter, Malteser, DRK) haben Hausnotruf-Angebote.

Wo bekommst du technische Pflegehilfsmittel?

Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder du gehst zu einem Sanitätshaus vor Ort, oder du bestellst bei einem Online-Sanitätshaus. Beide haben Vor- und Nachteile.

Vor Ort beim Sanitätshaus:

  • Persönliche Beratung
  • Kannst Hilfsmittel ausprobieren
  • Manchmal längere Wartezeiten
  • Oft kleinere Auswahl

Online-Sanitätshäuser:

Mittlerweile gibt es etablierte Online-Sanitätshäuser, die genauso mit den Pflegekassen abrechnen wie die Läden vor Ort.

Der Vorteil: Größere Auswahl, oft schnellere Lieferung, und du kannst in Ruhe vergleichen.

Bekannte Online-Sanitätshäuser sind zum Beispiel:

  • Rehashop.de*: Seit 2003 im Geschäft, spezialisiert auf Seniorenhilfsmittel und Alltagshilfen. Großes Sortiment an Rollatoren, Badehilfen, Anziehhilfen.
  • sanitaets-online.de*: Große Auswahl an Mobilitätshilfen, Rehatechnik und Pflegehilfsmitteln zu günstigen Preisen.
  • Rahm24.de*: Produktangebot umfasst unter anderem Pflegehilfsmittel, Rollatoren, Rollstühle, Seniorenmobile, Bad- und Toilettenhilfen sowie viele weitere Produkte aus dem Sanitätshaus Bereich. Auch hochwertige Senioren- und Pflegebetten, aber auch Inkontinenzprodukte und Trinknahrung zum bequemen Online-Kauf im virtuellen Sanitätshaus. Viele Produkte können optional mit Vor-Ort-Service geliefert werden.
  • burbach-goetz.de*: Über 5.000 Gesundheitsprodukte im Sortiment, von Rollatoren bis Lagerungshilfen.
Diese Online-Shops arbeiten mit den Pflegekassen zusammen und wickeln die Rezepte ab. Du kannst dort in Ruhe schauen, was es gibt, Preise vergleichen, und dann entweder online bestellen oder mit dem Rezept zum Sanitätshaus vor Ort gehen.


Tipp: Hol dir Kostenvoranschläge von mehreren Anbietern ein. Die Preise können sich unterscheiden – und die Pflegekasse übernimmt nur den günstigsten angemessenen Preis.


Wie beantragst du technische Pflegehilfsmittel?

Der Prozess ist für alle technischen Hilfsmittel ähnlich:

Schritt 1: Arzttermin.

Du brauchst ein Rezept oder eine ärztliche Verordnung. Der Arzt muss begründen, warum das Hilfsmittel notwendig ist. Sag am besten schon konkret, was du brauchst – sonst verschreibt er vielleicht was anderes.

Schritt 2: Sanitätshaus oder Online-Anbieter kontaktieren.

Die haben oft Verträge mit den Pflegekassen und kennen sich mit der Abwicklung aus.

Schritt 3: Antrag bei der Pflegekasse.

Das Sanitätshaus oder du selbst reicht das Rezept und den Antrag bei der Pflegekasse ein. Viele Sanitätshäuser übernehmen das für dich.

Schritt 4: Wartezeit.

Die Pflegekasse hat drei Wochen Zeit zur Prüfung. Wenn du nichts hörst, gilt der Antrag als genehmigt – klingt komisch, ist aber so.

Schritt 5: Lieferung und Einweisung.

Das Hilfsmittel wird geliefert, oft gibt's eine Einweisung in die Nutzung.

Kosten für dich: Bei technischen Pflegehilfsmitteln zahlst du eine Zuzahlung von 10 Prozent des Preises, maximal aber 25 Euro pro Hilfsmittel. Bei einem Rollator für 200 Euro zahlst du also 20 Euro. Bei einem Pflegebett für 1.500 Euro zahlst du die maximalen 25 Euro.

Kategorie 3: Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Manchmal reichen Hilfsmittel nicht aus – dann muss die Wohnung angepasst werden. Türschwellen entfernen, Bad umbauen, Rampe einbauen, Treppenlift installieren.

Die Pflegekasse kann hier mit bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme unterstützen. Wenn beide Eltern einen Pflegegrad haben, kann der Betrag höher ausfallen – maximal 16.000 Euro pro Umbaumaßnahme.

Häufige wohnumfeldverbessernde Maßnahmen:

  • Badumbau (ebenerdige Dusche, breitere Tür)
  • Rampe am Eingang
  • Treppenlift
  • Türverbreiterung (für Rollstuhl)
  • Haltegriffe in Bad und Flur

Wie beantragst du wohnumfeldverbessernde Maßnahmen?

Das ist der aufwendigste Prozess, aber machbar:

Schritt 1: Kostenvoranschläge einholen.

Du brauchst mindestens einen, besser zwei Kostenvoranschläge von Handwerkern. Mach's gleich richtig, dann musst du nicht nochmal ran.

Schritt 2: Antrag bei der Pflegekasse.

Du reichst die Kostenvoranschläge zusammen mit einem formlosen Antrag ein. Wichtig: Beschreibe genau, warum die Maßnahme notwendig ist. Je konkreter, desto besser. "Mutter kann nicht mehr über die Türschwelle steigen" ist besser als "Barrierefreiheit verbessern".

Schritt 3: Begutachtung.

Oft kommt der Medizinische Dienst (MD) und prüft vor Ort, ob die Maßnahme sinnvoll ist. Sei ehrlich, zeig die Probleme – die sind auf deiner Seite.

Schritt 4: Genehmigung abwarten.

Erst nach der Genehmigung darfst du mit dem Umbau beginnen. Wenn du vorher anfängst, zahlt die Pflegekasse möglicherweise nichts. Das ist bitter, also warte unbedingt.

Schritt 5: Umbau und Abrechnung.

Nach dem Umbau reichst du die Rechnung bei der Pflegekasse ein.

Hilfreiche Ressourcen für Wohnumfeld-Anpassungen:

  • KfW-Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen": Zusätzlich zur Pflegekasse gibt es Förderungen der KfW-Bank. Zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse für barrierefreie Umbauten. 
  • Architektenkammern: Bieten Beratung zu barrierefreiem Bauen. Oft gibt es Listen mit spezialisierten Architekten.
  • Wohnberatungsstellen: Viele Kommunen haben kostenlose Wohnberatungsstellen, die vor Ort beraten.

Wer hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel?

Der Anspruch ist im Gesetz geregelt, aber lass mich dir sagen: Die Details sind wichtiger als du denkst.

Grundvoraussetzung: Anerkannter Pflegegrad. Seit 2017 haben alle Menschen mit Pflegegrad 1 bis 5 Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Das gilt für alle drei Kategorien.

Für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Pflegebox) brauchst du:

  • Pflegegrad 1 oder höher
  • Häusliche Pflege (kein Pflegeheim)
  • Pflege durch dich oder einen ambulanten Pflegedienst

Für technische Pflegehilfsmittel brauchst du:

  • Pflegegrad (in den meisten Fällen)
  • Ärztliches Rezept oder Verordnung
  • Nachweis, dass das Hilfsmittel die Pflege erleichtert

Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen brauchst du:

  • Pflegegrad 1 oder höher
  • Nachweis, dass die Maßnahme die Pflege zuhause möglich macht

Ein wichtiger Punkt, den viele übersehen: Der Anspruch gilt pro Person, nicht pro Haushalt. Wenn beide Eltern einen Pflegegrad haben, kann jeder eigene Hilfsmittel beantragen.

Was dich vielleicht überrascht: Auch bei Pflegegrad 1 hast du Anspruch auf die meisten Hilfsmittel. Viele denken, dass bei niedrigen Pflegegraden weniger drin ist. Stimmt nicht. Die Pflegekasse prüft vor allem, ob das Hilfsmittel notwendig ist – nicht, welchen Pflegegrad deine Mutter oder dein Vater hat.

Häufige Fehler bei der Beantragung vermeiden

Ich sag dir ehrlich: Aus Gesprächen mit anderen pflegenden Töchtern und Söhnen gibt es ein paar typische Stolpersteine. Spar dir den Ärger:

Fehler 1: Zu spät beantragen.

Viele warten, bis die Situation wirklich schwierig wird. Das Problem: Die Bearbeitung dauert mehrere Wochen. Bei technischen Hilfsmitteln sogar 4-6 Wochen. Besser: Rechtzeitig beantragen, auch wenn du das Hilfsmittel erst später brauchst.

Fehler 2: Ohne ärztliches Rezept zum Sanitätshaus.

Bei technischen Hilfsmitteln brauchst du fast immer ein Rezept. Ohne Rezept läuft gar nichts. Spar dir den Weg und organisiere das Rezept vorher.

Fehler 3: Umbau vor der Genehmigung beginnen.

Bei wohnumfeldverbessernden Maßnahmen musst du unbedingt auf die Genehmigung warten. Sonst zahlt die Pflegekasse nichts. Ich weiß, das ist frustrierend – aber bitte warte ab.

Fehler 4: Unvollständige Anträge.

Wenn Unterlagen fehlen, verzögert sich alles. Checkliste vorher durchgehen: Rezept, Kostenvoranschlag, Begründung – was genau braucht die Pflegekasse?

Fehler 5: Nicht vergleichen.

Preise für Hilfsmittel können sich unterscheiden. Die Pflegekasse übernimmt nur den günstigsten angemessenen Preis. Also: Kostenvoranschläge einholen und vergleichen – auch online.

Fehler 6: 42-Euro-Budget bei der Pflegebox nicht ausschöpfen.

Bei der Pflegebox verfallen ungenutzte Beträge. Wenn du nur 25 Euro brauchst, ist das okay – aber prüfe, ob du nicht noch andere Verbrauchsmaterialien gebrauchen kannst. Das Geld steht dir zu.

Fehler 7: Bei Ablehnung aufgeben.

Wenn die Pflegekasse einen Antrag ablehnt, kannst du Widerspruch einlegen. Der VdK Sozialverband hilft dir dabei kostenlos. Viele Ablehnungen werden nach Widerspruch doch noch genehmigt.

Ein praktischer Tipp, den ich dir wirklich ans Herz legen kann: Fotografiere alle Unterlagen mit dem Smartphone, bevor du sie wegschickst. Falls Fragen auftauchen, hast du alles griffbereit. Hat mir schon oft geholfen.

Hilfreiche Ressourcen und Anlaufstellen

Es gibt einige offizielle Stellen, die dir bei der Beantragung helfen – kostenlos:

Pflegestützpunkte:

In fast jeder Stadt gibt es Pflegestützpunkte. Die beraten kostenlos zu allen Fragen rund um Pflege und Hilfsmittel. Sie helfen auch beim Ausfüllen von Anträgen. Finde deinen nächsten Pflegestützpunkt über die Webseite deiner Pflegekasse oder über Google ("Pflegestützpunkt" + deine Stadt).

Pflegeberatung nach § 7a SGB XI:

Du hast einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung. Die Pflegekasse muss dir innerhalb von zwei Wochen nach Antragstellung einen Beratungstermin anbieten. Die Beratung kann zuhause stattfinden. Nutze das!

VdK Sozialverband:

Der VdK hilft Mitgliedern bei Anträgen und Widersprüchen. Wenn die Pflegekasse einen Antrag ablehnt, unterstützt der VdK beim Widerspruch. Kostet eine kleine Mitgliedsgebühr (etwa 6 Euro monatlich), lohnt sich aber oft.

GKV-Hilfsmittelverzeichnis:

Das offizielle Verzeichnis aller von den Krankenkassen anerkannten Hilfsmittel. Online einsehbar auf rehadat-gkv.de. Wenn ein Hilfsmittel dort gelistet ist, wird es in der Regel von der Pflegekasse übernommen.

Bundesgesundheitsministerium:

Auf bundesgesundheitsministerium.de findest du offizielle Informationen zu Pflegeleistungen und Ansprüchen. Gut für die Recherche, wenn du's genau wissen willst.

Fazit: Diese Unterstützung steht dir zu

Pflegehilfsmittel machen die Pflege zuhause deutlich einfacher – für deine Eltern und für dich. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für einen Großteil der notwendigen Hilfsmittel. Von der monatlichen Pflegebox (42 Euro) über technische Hilfsmittel (fast kostenlos) bis zum Umbau des Badezimmers (bis zu 4.000 Euro).

Die drei wichtigsten Punkte, die ich dir mitgeben will:

Erstens: Mit Pflegegrad 1 hast du bereits Anspruch auf viele Hilfsmittel. Lass dich nicht abwimmeln – die Unterstützung steht euch gesetzlich zu.

Zweitens: Die Beantragung ist je nach Kategorie unterschiedlich aufwendig. Bei der Pflegebox geht's schnell. Bei technischen Hilfsmitteln brauchst du ein Rezept. Bei Umbaumaßnahmen musst du auf die Genehmigung warten. Aber alles ist machbar.

Drittens: Du musst fast nichts selbst zahlen. Bei der Pflegebox gar nichts. Bei technischen Hilfsmitteln maximal 25 Euro. Bei Umbaumaßnahmen übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.000 Euro.

Viertens: Hol dir Hilfe, wenn du sie brauchst. Pflegestützpunkte, VdK, Wohnberatung – es gibt viele Anlaufstellen, die kostenlos unterstützen.

Was kannst du heute tun? Mach eine Liste der Hilfsmittel, die ihr wirklich braucht. Fang mit der Pflegebox an – die ist am einfachsten. Dann kümmere dich um ein, zwei technische Hilfsmittel. Und wenn größere Umbaumaßnahmen nötig sind, hol dir Unterstützung bei einem Pflegestützpunkte.

Du musst das nicht alles alleine schaffen. Es gibt Hilfe – nutze sie.

Hast du schon Erfahrungen gemacht, die anderen helfen würden? Schreib es gerne in die Kommentare. 

Genieß dein Leben. Du hast nur eins.

Viele Grüße

Marlis

Wer schreibt hier?

Ich bin Marlis Schorcht und ich schreibe hier über das, was viele lieber verdrängen: dass wir älter werden. Nicht irgendwann, sondern jetzt, jeden Tag.

Warum ich das tue:
Weil Altern keine Krankheit ist, die man bekämpfen muss, sondern eine Lebensphase, die man gestalten kann. Bewusst, selbstbestimmt, ohne Angst.

Auf Leben-und-Altern.de schreibe ich über das Leben nach der Arbeit, über Sinn, Gesundheit, Beziehungen, Einsamkeit und Geld. Über die 20 Jahre, über die kaum jemand spricht und darüber, wie man sie mit mehr Lebensqualität, Klarheit und Gelassenheit erleben kann.

Schreib mir gern:
Wenn du Gedanken, Fragen oder Herausforderungen zum Thema hast. Oder wenn du etwas erlebt hast, das anderen Mut machen könnte, etwas, das dich verändert oder weitergebracht hat.

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Marlis Schorcht sitzt am Schreibtisch und lächelt in die Kamera
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