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Ein Tag im Hotel?

Warum wir Pflegeheime neu denken müssen

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf und Ihr Zimmerservice hilft Ihnen beim Anziehen. Sie gehen in den Frühstücksraum, wo Sie sich am Buffet bedienen. Die Dame aus dem Nachbarzimmer ist auch schon da und Sie kommen ins Gespräch. Sie planen Ihren Tag: Erst eine Runde spazieren gehen, ein bisschen Sport oder diesen Internetkurs, zu dem Sie der Herr an der Rezeption angemeldet hat? Vielleicht üben Sie auch ein wenig Englisch mit der Dame, die immer mittwochs im Haus ist. Sie entscheiden sich für den Spaziergang.

Draußen begegnet Ihnen der Arzt. Er grüßt und freut sich über Ihre Bewegung. Motiviert laufen Sie gleich noch ein Stückchen weiter. Als Sie zurück im Haus sind, steht leckeres Obst im Café. Sie fragen nach einem Smoothie, weil Sie nicht mehr so gut kauen können. Die Dame fragt, ob Sie helfen wollen bei der Zubereitung und so schneiden Sie gemeinsam ein bisschen Obst und Gemüse und mixen das Getränk.

Nach dieser Stärkung schauen Sie an einem der Tablets, welche auf dem Tisch liegen, wie das Wetter im Wohnort Ihrer Tochter ist. Als Sie nicht weiter wissen, kommt die Dame von der Bar und hilft kurz.

Anschließend ist schon Mittagszeit. Ihre Medikamente liegen parat. Ihr Essen holen Sie sich an der Theke. Sie sind etwas wacklig auf Beinen mit dem Teller, aber Schwester Heike zieht Ihren Stuhl zurück und hilft beim Hinsetzen. Dann ist endlich Mittagsruhe. Sie schließen kurz die Augen und freuen sich bereits auf den Nachmittag in Ihrem Pflegeheim.

Haben Sie es gemerkt? Aus dem schönen Hotel ist ein Pflegeheim geworden. Sie sind aber immer noch die selbe Person. Hat sich etwas in Ihrer Wahrnehmung, Ihrem Gefühl, Ihrer Urlaubslust im Laufe des Lesens verändert? Falls ja, was?

Wenn ich alt bin, möchte ich in einem Pflegeheim wie ein Gast behandelt werden, nicht wie ein Patient. Und wie denken Sie darüber?

Marlis Schorcht

Marlis beschäftigt sich seit 2010 mit dem demografischen Wandel und dessen Folgen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen. Ihr Herz schlägt für ein Altern in den eigenen vier Wänden, einen gelingenden Ruhestand und ein glückliches Leben im Jetzt! Sie ist Alter(n)sgestalterin und hilft als Mindset- und Life-Coach bei der Vorbereitung, Planung und Umsetzung des Ruhestandes, sowie bei der Persönlichkeitsentwicklung im Alter. Marlis hat einen Master in Integrierter Gerontologie und ist Diplom-Betriebswirtin. Sie war 13 Jahre lang Projektleiterin von medizinischen Großkongressen und ist seit mehr als 5 Jahren Online-Marketing-Expertin und Coach für Digitale Sichtbarkeit.

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