AllgemeinGesundheit

Von „Das geht halt nicht mehr“ und der Kraft der Gedanken

Spontan mal durch die Stadt spazieren? Mit der Nachbarin einkaufen gehen? Mit den Enkelkindern einen Ausflug machen?

„Das geht halt nicht mehr.“, höre ich meine Oma sagen.

Wie sehr hat sie sich auf die Rente gefreut. Endlich machen, was sie will. Endlich nicht mehr arbeiten gehen müssen (obgleich meine Oma sehr gern arbeiten gegangen ist). Und dann? Sie wurde alt. Und es wirkt, als hätte es sie überrascht. Ihr Körper kann nicht mehr so sehr belastet werden, wie der Körper einer 30-Jährigen. Schmerzen entstehen. Sinne lassen nach. Kurz gesagt: Alterungsprozesse finden statt. Also sagt sie „Das geht halt jetzt nicht mehr.“

Ein bekannter Spruch sagt: „Alle haben gesagt, das geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste und hat’s einfach gemacht.“

Natürlich fällt einem manches im Alter nicht mehr ganz so leicht, Schmerzen müssen wir nicht leugnen und körperlich sind wir, je nach Fitness und Training, nicht mehr so belastbar. Dennoch: Eine positive Einstellung beginnt im Kopf! Zu sagen: „Das geht halt nicht mehr.“ sagt dem Körper, dass er nicht mehr stark genug ist.

Stellen Sie sich vor, einem Menschen wird bereits seit Kindheitstagen gesagt, dass er nichts wert ist, dass er es nie zu etwas bringen wird, dass er dumm ist und ein Nichtsnutz. Was denken Sie, wird aus ihm? Sollte er sein Umfeld nicht verändern, dann wird er diesen Worten glauben, die er ständig hört. Er wird sich denken, er wäre dumm und wertlos. Und dann wird er es, weil er sein Handeln und seine Ziele in dem Rahmen absteckt, welchen er sich selbst auferlegt.

Stellen Sie sich nun vor, einem Menschen wird bereits seit Kindheitstagen erzählt, wie toll er ist, dass es sicher zu was Großem schaffen wird, dass er klug ist und schön. Was denken Sie, wird aus ihm? Auch er wird diesen Worten irgendwann glauben. Er wird Selbstbewusstsein ausstrahlen und sich vermutlich größere Ziele stecken als unsere Person aus der ersten Geschichte.

Erkennen Sie etwas? Wir allein bestimmen über unsere Gedanken. Wollen wir nur negative Gedanken an uns heran lassen, die uns sagen „Das schaffst du eh nicht.“ oder mögen wir lieber positive Gedanken, die uns sagen „Du wirst das schaffen.“ und „Ich glaub an dich.“ Wer an Sie glauben soll? Na Sie!

Was du denkst, bist du

Du bist, was du denkst – schreibt DIE ZEIT in einem Artikel und zeigt auf, wie sehr unsere Gedanken unser Handeln beeinflussen. Eines der vorgestellten Experimente handelt vom Altern. Dabei wurden 80-Jährige gebeten, für die Zeit des Experiments in einem Kloster zu wohnen, welches eingerichtet war wie vor 20 Jahren. Die Senioren wurden gebeten, sich die ganze Zeit so zu verhalten, als wäre diese Zeit heute. Alle teilnehmenden Senioren wurden eigentlich bereits betreut und gepflegt.

„Jetzt lebten sie plötzlich eine Woche lang in einer Umgebung, die in keiner Weise dem entsprach, was als „altersgerecht“ galt: Mahlzeiten etwa wurden nicht zur festgelegten Stunde serviert, sondern mussten selbst zubereitet werden, und anschließend machten die Achtzigjährigen den Abwasch. Und, o Wunder: Nach sieben Tagen in der Zeitkapsel waren die Probanden beweglicher geworden, schnitten in den Hör-, Seh- und Intelligenztests deutlich besser ab als die Kontrollgruppe. Als sei auch das Altern bloß eine Frage der eigenen Einstellung.“

Was halten Sie davon?

Sie sehen, es lohnt sich, seine Gedanken auf eine positive Selbstwahrnehmung zu trainieren.

Positiv denken im Alter

Wir pflegen ein Ritual mit unseren Kindern. Jeden Abend fragen wir einander: „Was war dein Schönstes heute?“ und „Was war heute so richtig doof?“ Damit haben wir das negative ausgesprochen und die schlechte Energie aus unserem Körper entlassen. Gleichzeitig haben wir eine Erinnerung an das Schönste am Tag. Das Gute daran ist, dass wir uns etwas Schönes aussuchen müssen, auch wenn es „nur“ ein Standardtag war.

Da sich der Alltag im Alter häufig gleicht, fällt es uns umso schwerer, Besonderheiten zu erkennen. Fragen Sie sich daher jeden Tag: „Was war mein schönstes Erlebnis heute?“, „Was ist mir gut gelungen?“ und „Was will ich morgen erleben?“ Damit ‚programmieren‘ Sie Ihre Gedanken auf positive Erlebnisse und Ihre Stärken und damit letztendlich Ihrem Selbstvertrauen, von dem Sie einiges vertragen können, um nicht „Das geht halt nicht mehr“, sagen zu müssen.

Gleichzeitig werden Sie jeden neuen Tag mit viel mehr Achtsamkeit begegnen und schöne Momente suchen. Versuchen Sie es!

Sie sind die Summe Ihrer Gedanken!

Halten Sie sich das immer vor Augen. Führen Sie Tagebuch? Falls nein, sollten Sie damit anfangen. Halten Sie all die schönen Erlebnisse fest, die kleinen Erfolge und positiven Gefühle! Und selbst wenn Sie starke Schmerzen haben, jede Bewegung schwer fällt und Sie alleine zu Hause sind: Sie haben gerade einen langen Text gelesen, etwas gelernt, vielleicht heute mal die Sonne gesehen oder entdeckt, dass eine Pflanze ein neues Blatt bekommt. Glauben Sie an sich! Weg von „Das geht halt nicht mehr“ und hin zu „Das will ich machen.“ Denn Sie wissen ja: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Und Sie? Wie stehen Sie zu Ihrem Alter?

Tags

Marlis Schorcht

Marlis beschäftigt sich seit 2010 mit dem demografischen Wandel und dessen Folgen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen. Ihr Herz schlägt für ein Altern in den eigenen vier Wänden, einen gelingenden Ruhestand und ein glückliches Leben im Jetzt! Sie ist Alter(n)sgestalterin und hilft als Mindset- und Life-Coach bei der Vorbereitung, Planung und Umsetzung des Ruhestandes, sowie bei der Persönlichkeitsentwicklung im Alter. Marlis hat einen Master in Integrierter Gerontologie und ist Diplom-Betriebswirtin. Sie war 13 Jahre lang Projektleiterin von medizinischen Großkongressen und ist seit mehr als 5 Jahren Online-Marketing-Expertin und Coach für Digitale Sichtbarkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Close
Close