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Altersgerechte Parkplätze & Parkhäuser

Ich möchte mit zwei Geschichten in diesen Beitrag über altersgerechte Parkhäuser und Parkplätze starten:

1. Auf Twitter wird durch MDR Aktuell berichtet, dass ein Rentner sein Auto in einem Parkhaus nicht mehr wiedergefunden und daraufhin den Notruf betätigt hat. Laut Tweet des MDR Aktuell würde die Polizei nun prüfen, ob es sich dabei um einen Notrufmissbrauch handelt.


2. Thüringen im Blick veröffentlicht die Nachricht: „Tourist vermisst Auto in Weimar“. Statt aber von einem Autodiebstahl zu sprechen, beschäftigt sich der Artikel mit der Geschichte eines älteren Herren in Weimar. Dieser bat die Polizei um Hilfe, als er sich nicht mehr daran erinnern konnte, in welcher Straße er sein Auto geparkt hatte.


Stellen Sie sich vor, Sie sind schon etwas älter und parken Ihr Auto. Anschließend gehen Sie einkaufen oder ein paar Wege erledigen. Als Sie zurück kommen an den Parkplatz, ist Ihr Auto weg. Was denken Sie?

Ich würde denken, dass mein Auto gestohlen wurde. Ich würde noch ein mal ein paar Meter zurückgehen und dort suchen und dann ein paar Meter weiter und auch dort noch einmal schauen. Und dann? Dann würde ich die Polizei rufen oder den Notruf betätigen. So wie es die beiden Senioren der obigen Situationen auch gemacht haben.  Immerhin gehe ich davon aus, dass mein Auto gestohlen wurde. Ich habe Angst und verspüre Panik. Wie soll ich nach Hause kommen? Was wird mein Mann sagen? In Gedanken würde ich den Inhalt des Autos durchgehen. Was lag im Handschuhfach, was im Kofferraum? Was habe ich jetzt also alles verloren?

Und dann? Dann erzählt mir der Polizist etwas von Notrufmissbrauch. Ganz ehrlich? Ich würde mich mega unverstanden fühlen. Sie nicht auch?

Altern im öffentlichen Raum

Ältere können oft nicht mehr so gut sehen und es fällt ihnen schwer, Unterschiede zu erkennen. Sie benötigen oft starke Reize, seien es Kontraste oder Emotionen, um Unterschiede festzustellen. Ältere, die an Demenz oder Alzheimer erkrankt sind, haben es noch schwerer, sich im alltäglichen Umfeld zurecht zu finden und da sprechen wir mal lieber nicht von ungewohnten Umgebungen. Senioren nehmen aber (und zum Glück!) weiterhin am öffentlichen Leben teil. Sie wollen einkaufen gehen, durch die Städte und Dörfer laufen und sie sind auch im hohen Alter noch mit dem PKW unterwegs. Und da wir alle immer älter werden, kommen auch wir irgendwann in die Situation, dass wir als ältere Frau oder älterer Mann im Straßenverkehr teilnehmen wollen und ich vermute, wir wollen dann nicht hören „Senioren weg vom Steuer!“. (Selbst wenn man wollte, wäre ein Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel derzeit absolut nicht altersgerecht möglich. Man bedenke die Wartezeiten, die unzureichenden Sitzmöglichkeiten, die teils nach wie vor nicht barrierefreien Bus-Einstiege, die oft fehlenden oder zu leisen Ansagen, die mangelnde Frequenz, etc. Aber das ist ein anderes Thema.)

Da auch Sie und ich und viele andere als Senioren noch mit dem Auto unterwegs sein und auch Parkplätze und Parkhäuser nutzen wollen, sollten wir uns daher fragen:

„Wie müssen altersgerechte Parkplätze und Parkhäuser gestaltet werden?“

Was kann uns und den Senioren also helfen, das geparkte Auto besser wiederzufinden?

1. Farben als Unterscheidung im Parkhaus

Sie kennen es sicherlich selbst von guten Parkhäusern an Flughäfen oder aus großen europäischen Einkaufszentren: Parkplätze werden dort oft farblich unterschiedlich gestaltet. Entweder hat jedes Parkdeck eine eigene Farbe, die sich dann auch in Fluren, an Aufzug-Beschriftungen und auf den Hinweisschildern wiederfindet oder ein Parkdeck wird in verschiedene farbige Zonen aufgeteilt.

Wichtig ist hier, dass sich die Farben wirklich deutlich voneinander unterscheiden und starken Kontrast zur restlichen Gestaltung im Parkhaus bilden.

Unterstützen Sie den Wiedererkennungswert für Senioren, in dem Sie die Farbe des Parkplatzes an den Säulen, evtl. sogar auf den Gehwegen oder Gehpfaden, als Türfarben, Flurmarkierung, im Aufzug an den Parkdeck-Tasten und auch auf den Wegweisern und Hinweisschildern beginnend beim Eingang des Parkhauses verwenden.

Sondertipp: Nutzen Sie die Kraft der Fantasie. Im Marketing als Storytelling bekannt, kann das Konzept auch auf Erinnerungshilfen für Senioren angewendet werden. Finden Sie ein Zitat oder ein Sprichwort zu jeder Farbe im Parkhaus und schreiben Sie es an die Wände und in den Zugangsbereich.

Wir alle verbinden bestimmte Situationen und Erfahrungen mit einer Farbe und mit dem passenden Spruch merken wir uns bestimmt viel einfacher, wo unser Auto steht.

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2. Symbole zur Wiedererkennung des Parkplatzes

Catcontent kennen Sie sicherlich. Kleine Videos, GIFS oder Bilder mit Katzen. Diese Inhalte verbreiten sich viral im Internet. Die einen lieben es, die anderen hassen es und egal, wie man dazu steht: Am Ende weiß man nicht mehr genau, worum es ging, aber man weiß, dass eine Katze beteiligt war.

Auch in der Offline-Welt funktioniert diese Taktik also setzen Sie sie ein! Platzieren Sie in Ihre Parkhäuser und auf Parkplätze verschiedene Symbole. Dies erleichtert es Senioren, die Parkplätze besser voneinander zu unterscheiden.

Wählen Sie dabei am besten Tiere, die sich stark voneinander unterscheiden. Es macht wenig Sinn ein Parkdeck mit einem Pferd, das nächste mit einem Pony und das dritte mit einem Zebra zu versehen. Diese Tiere unterscheiden sich nicht in vielen Punkten voneinander. Wenn Ältere schlecht sehen können, dann fällt es ihnen umso schwerer, die Unterschiede zu erkennen und die Wirkung der Symbolkraft verschwindet.

Wählen Sie stattdessen Tiere aus unterschiedlichen Lebensräumen und in unterschiedlichen Größen, verzichten Sie aber auf zu exotische Tiere, denn auch die sind Senioren vielleicht eher unbekannt.

Geeignete Kombinationen sind zum Beispiel:

Maus – Fisch – Elefant

Hase – Vogel – Löwe

Sondertipp: Sie erinnern sich an meinen Tipp zur ersten Idee? Auch Tiere finden sich in vielen Sprichwörtern, Reimen und Kurzgeschichten wieder. Nutzen Sie sie und schreiben Sie sie an die Wände! Eine tolle Übersicht von kostenfreien Zitaten über verschiedene Tiere finden Sie bei Quotez.net.

Finden Sie Ihr Auto wieder mit digitalen Tools!

Natürlich ist es immer schwer, bereits von außen zu sehen, ob ein Parkhaus so gestaltet ist, dass man sein Auto nach dem Stadtbummel oder dem Einkauf leicht wiederfindet. Vor allem, wenn man nicht oft oder in ungewohnter Umgebung unterwegs ist, fehlt einem das Insiderwissen zu den einzelnen Parkhäusern. Was man, und auch Ältere, immer öfter dabei haben, ist jedoch das Smartphone. Daher möchte ich Ihnen in einem nächsten Artikel Möglichkeiten & Tools, (zB. GPS Tracker) vorstellen, die Ihnen helfen, mithilfe des Handys Ihr Auto leicht wiederzufinden.

Marlis Schorcht

Marlis beschäftigt sich seit 2010 mit dem demografischen Wandel und dessen Folgen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen. Ihr Herz schlägt für ein Altern in den eigenen vier Wänden, einen gelingenden Ruhestand und ein glückliches Leben im Jetzt! Sie ist Alter(n)sgestalterin und hilft als Mindset- und Life-Coach bei der Vorbereitung, Planung und Umsetzung des Ruhestandes, sowie bei der Persönlichkeitsentwicklung im Alter. Marlis hat einen Master in Integrierter Gerontologie und ist Diplom-Betriebswirtin. Sie war 13 Jahre lang Projektleiterin von medizinischen Großkongressen und ist seit mehr als 5 Jahren Online-Marketing-Expertin und Coach für Digitale Sichtbarkeit.

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