FinanzenWohnen

Downsizing im Alter

So gestalten Sie Ihre Wohnung altersgerecht.

Je älter wir werden, desto eher wohnen wir in selbst genutztem Eigentum. Mehr als die Hälfte der Seniorenhaushalte in Deutschland betrifft dies.

Wenn die Wohnung zu groß wird

Doch Eigentum verpflichtet. Beginnt die Zeit nach dem Job, stellen sich Krankheiten ein oder verstirbt gar ein Partner, dann kann eine große Wohnung oder Haus schnell sowohl eine körperliche, emotionale oder auch eine finanzielle Belastung werden. Immerhin waren bereits 44% aller Seniorenhaushalte in Deutschland 2014 nur noch von einer Person bewohnt.

Heute möchte ich Ihnen einige Möglichkeiten vorstellen, wie Sie eine große Wohnfläche in eine kleinere verwandeln können; diese Ihren Bedürfnissen anpassen, es sich so richtig gemütlich machen und dabei vielleicht auch noch Geld sparen.


Inhaltsverzeichnis


Was ist Downsizing?

„Downsizing“ nennt man dieses Vorhaben im englischsprachigen Raum. Als Downsizing wird die „Verkleinerung, Verringerung, Abbau, Gesundschrumpfung“ einer Sache verstanden mit dem Ergebnis, die Leistungsfähigkeit möglichst beizubehalten.

Das Downsizing-Ziel ist also, die eigene Wohnung oder das eigene Haus an die veränderten Lebensbedürfnisse im Alter anzupassen, damit zumindest das Alleinewohnen ansich kein Grund ist, in ein Pflegeheim umziehen zu müssen.

Für ein gelungenes Downsizing und ein altersgerechtes Wohnen empfehle ich verschiedene Schritte, die ich Ihnen folgend vorstellen möchte:

1. Führen Sie ein Alltagstagebuch!

Bevor Sie allerdings mit der Umgestaltung beginnen, sollten Sie herausfinden, welche Räume Sie tatsächlich benutzen und welche nicht. Oftmals gewöhnen wir uns im Laufe der Zeit nämlich Wege innerhalb der Wohnung oder des Hauses an, die wir immer wieder gehen. Das geht am besten, indem Sie ein Tagebuch führen. Vermerken Sie darin eine Woche lang Ihre Wege innerhalb der eigenen vier Wände.

  • Wohin gehen Sie nach dem Aufstehen?
  • Wo steht Ihre Zahnbürste?
  • Welche Gegenstände benötigen Sie für Ihr Frühstück?
  • Wo frühstücken Sie?
  • Wo räumen Sie das Geschirr hin?
  • Was machen Sie danach?
  • An welchen Orten der Wohnung und an welchen Stellen eines Zimmers halten Sie sich auf?

Führen Sie diese Liste fort indem Sie Ihren Alltag beobachten und dokumentieren.

Kennen Sie „Heatmaps“? Das sind Karten, die sich an den viel benutzten Stellen rot färben. Je röter ein Bereich ist, desto stärker ist die Aktivität dort. Wärmemessungen im Körper können dies gut aufzeichnen. Ich kenne Heatmaps aus dem Online-Marketing. Hierbei wird geschaut, welche Bereiche auf einer Website z.B. häufig mit der Maus geklickt werden. Je mehr Klicks erfolgen, desto röter wird der Bereich in der Heatmap dargestellt.

Worauf ich hinaus will: Erstellen Sie in Gedanken eine Heatmap Ihres Alltags. Welche Bereiche in Ihrer Wohnung färben sich dunkelrot? Vermutlich Ihr Bett, ein Lieblingssessel, ein bestimmter Stuhl? Welche Bereiche bleiben blau? Zimmer, die Sie nicht mehr benutzen. Schränke, die Sie nicht benötigen.

Sie werden feststellen, dass wir uns im Laufe unseres Lebens bestimmte Wege innerhalb der eigenen vier Wände antrainiert haben, die wir immer wieder gehen.

2. Befreien Sie sich von Ballast!

Schauen Sie sich dann am besten die Zimmer an, in denen Sie sich nur noch sehr selten aufhalten. Vielleicht wollen Sie sich erst einmal eine grobe Liste von all den Sachen machen, die sich in den Zimmern befinden. Schreiben Sie dazu, was Sie mit jedem Gegenstand tun wollen. Zum Beispiel können Sie einige Sachen verschenken. Andere Dinge, die immer noch gut genug sind, könnten Sie verkaufen.

Wenn Ihnen schwer fällt, zu entscheiden, was Sie wirklich noch benötigen und was nicht, dann empfehle ich Ihnen den Onlinekurs „In 10 Wochen zum ausgemisteten Haushalt – Schritt für Schritt zu Deinem Wohlfühl-Zuhause“ von Claudia Windfelder.

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Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob einige Dinge wertvoll sind oder nicht, dann lassen Sie sich helfen. Beziehen Sie Ihre Kinder, Enkelkinder, Freunde, Nachbarn oder einen externen Experten in das Downsizing Ihrer Wohnung ein. Auch im Internet können Sie z.B. bei ebay.de stichprobenartig schauen, zu welchem Preis bestimmte Dinge verkauft werden.

Behalten Sie nur, was Ihnen lieb und teuer ist, was Sie noch brauchen und wirklichen Wert für Sie besitzt.

Nutzen Sie auch Hilfsmittel, wie z.B. die wundervollen Checklisten der Haushaltsfee, um Raum für Raum zu reinigen.

Ist es dann so weit, dass alle jene Dinge, die Sie nicht mehr wollen, an die jeweiligen Stellen verteilt werden sollen, lassen Sie sich helfen. Fragen Sie Ihre Kinder oder Enkelkinder oder liebe Freunde oder Nachbarn, die Ihnen gerne dabei helfen. Haben Sie wirklich niemanden, der Ihnen dabei hilft, dann gibt es bestimmte Organisationen, die zu Ihnen kommen und die unerwünschten Dinge kostenlos abholen. Fragen Sie beispielsweise bei Ihrer örtlichen Tafel an, bei der Diakonie, dem Deutschen Roten Kreuz oder der Caritas.

Wenn Sie nun bereits einen oder zwei Räume entrümpelt haben bzw. gesund geschrumpft, beobachten Sie Ihr eigenes Verhalten und entscheiden Sie, welche Räume Sie wirklich brauchen und welche einfach nur noch leer stehen. Wenn Sie dann wissen, welche Räume Sie nicht mehr brauchen, dann schließen Sie die Fenster, drehen die Heizungen ab und schließen auch die Türen.

3. Werden Sie kreativ!

Downsizing im Alter heißt nicht, dass man nur noch einen Raum in der Wohnung bewohnen soll und den Rest komplett leer stehen lässt. Die ungenutzten Räume können natürlich umfunktioniert werden. Vielleicht wollen Sie ein Zimmer als ein Kinderzimmer einrichten, wenn Ihre Enkelkinder über das Wochenende kommen. Vielleicht wollen Sie einen der Räume für ein Hobby einrichten, mit dem Sie bereits gestartet haben oder noch starten wollen. Vielleicht wollen Sie eine separate Bibliothek, ein Gästezimmer oder einen Empfangsraum für Ihre Nachmittagsteerunden einrichten. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Raum. Die Wohnung gehört Ihnen und darf Ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechend genutzt und eingerichtet werden.

Eine andere Möglichkeit ist, diese Räume zu vermieten an Studenten, Auszubildende oder allein erziehende Mütter oder Väter. Falls Sie in einer Universitätsstadt leben, ist eventuell das Programm „Wohnen für Hilfe“ für Sie interessant. Lassen Sie sich im Falle einer Vermietung steuerlich gut beraten und beziehen Sie einen Makler oder einen externen Berater in Ihre Überlegungen mit ein.

4. Machen Sie Ihre Lieblingsorte altersgerecht!

Nun gehen Sie von Raum zu Raum. Sehen Sie sich um. Entspricht dieser Raum Ihren aktuellen Bedürfnissen? Fühlen Sie sich hier so richtig wohl, können Sie an alle wichtigen Gegenstände gelangen oder sollte etwas altersgerecht umgebaut werden? Vielleicht wollen Sie neue Möbel, dabei aber das viel geliebte Sofa behalten. So lange die Dinge praktisch sind und den Bedürfnissen Ihres Alters entsprechen, ist alles ok.

Schauen Sie aber auch gern nach eventuell praktischeren Möbeln für Sie und denken Sie auch an die Zukunft. Altersgerechte Möbel haben in den letzten Jahren einen großen Designschub erhalten und fallen in einer Wohnung gar nicht mehr wirklich auf.

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Befindet sich die Waschmaschine im Keller, Sie haben jedoch Platz im Bad? Benötigen Sie weiterhin eine Speisekammer oder kann diese umgebaut werden als Haushaltsraum mit Waschmaschine und Trockenmöglichkeiten? Vielleicht findet sich auch Platz für eine barrierefreie Walk-In-Dusche? Benötigen Sie alle Schränke in der Küche oder kann ein Schrank entfernt werden, dafür ein Wäschetrockner unterkommen?

Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, Ihre Wohnung oder Ihr Haus altersgerecht und dennoch wohnlich umzugestalten.

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5. Fühlen Sie sich wohl!

Kennen Sie die Lehre von Feng Shui? Vielleicht haben Sie Lust, Ihre grauen Zellen mit neuem Wissen zu füttern und einen Feng Shui-Kurs zu machen? Ortsansässige Volkshochschulen bieten eventuell einen Kurs an oder Sie nutzen einen Internetkurs, beispielsweise von Feng Shui Digital.

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Was bringt Downsizing im Alter?

Vielleicht sind Sie jetzt gerade noch in einem Alter, in dem Sie noch top gesund sind und die kleinen „Wehwechen“ sich noch nicht eingestellt haben. Sie mögen sich fragen, wozu Downsizing im Alter wichtig ist?

Psychologisch ist das einfach erklärt:

Sich von alten Dingen lossagen, hilft Ihnen auch innerlich loszulassen. Sie fühlen sich wohler und erfahren mehr innere Freiheit, was sich dann auch wieder in Ihrer Umgebung widerspiegelt.

Aber wichtiger noch: Eine Wohnung mit weniger Schnickschnack bedarf weniger Aufwand sauber gehalten zu werden.

Eine Wohnung, die Sie selbst in Ordnung halten können, gibt Ihnen auch im Alter länger Unabhängigkeit und die Möglichkeit, länger zu Hause leben zu können.

Wie stehen Sie dazu? Kommen Sie gut zurecht in Ihrer Wohnung oder fällt Ihnen die Pflege und Wartung schwer? Welche Tricks und Methoden wenden Sie an, um alleine gut zurecht zu kommen in Ihrem Haushalt? Ist Ausmisten gut und befreiend oder möchten Sie sich gar nicht von Dingen lösen, weil viele Erinnerungen dranhängen? Schreiben Sie es gern in einen Kommentar!

Das Beitragsbild stammt von Pexels (Terje Sollie).

Dieser Beitrag enthält sogenannte Affiliate-Links, d.h. ich erhalte Provisionen aus eventuellen Verkäufen, die über diese Links generiert werden.

Quelle(n)
Destatis: Haushalte im selbst genutzten Eigentum und Mietwohnungen nach Haushhaltstyp in Deutschland 2014Programm "Wohnen für Hilfe"
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Marlis Schorcht

Marlis beschäftigt sich seit 2010 mit dem demografischen Wandel und dessen Folgen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen. Ihr Herz schlägt für ein Altern in den eigenen vier Wänden, einen gelingenden Ruhestand und ein glückliches Leben im Jetzt! Sie ist Alter(n)sgestalterin und hilft als Mindset- und Life-Coach bei der Vorbereitung, Planung und Umsetzung des Ruhestandes, sowie bei der Persönlichkeitsentwicklung im Alter. Marlis hat einen Master in Integrierter Gerontologie und ist Diplom-Betriebswirtin. Sie war 13 Jahre lang Projektleiterin von medizinischen Großkongressen und ist seit mehr als 5 Jahren Online-Marketing-Expertin und Coach für Digitale Sichtbarkeit.

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